Das Bonifatiuskloster in Hünfeld steht in einer langen Tradition klösterlichen Lebens in der Konrad-Zuse-Stadt. Bereits im Jahr 782 gründeten Benediktinermönche aus dem Kloster Fulda oberhalb der Haune ein Nebenkloster. Dieses Kloster wurde wahrscheinlich im 10. Jhd. in ein Chorherrenstift umgewandelt und befand sich dort, wo heute die Reste der alten Stiftskirche (heute evangelische Kreuzkirche) befinden. 1802 wird das Kollegiatstift durch die Säkularisation aufgehoben. Die Klosterkirche wurde 1818 bis auf den Chorraum abgebrochen. Nun war fast ein Jahrhundert lang kein Männerkloster mehr in Hünfeld.

Die Oblaten waren auf der Suche nach einer Klostergründung in Deutschland. Ihnen wurde ein Grundstück von der Stadt Hünfeld angeboten. So gründeten sie im Jahre 1895 ihr erstes Kloster im Rathaus von Hünfeld (Rathauskloster). In nur fünf Jahren wurde das weiträumige Kloster mit der Klosterkirche durch die Mithilfe vieler Menschen aus Hünfeld und Umgebung errichtet. Von Anfang an bis heute war es Ausbildungsstätte für Missionare, die in die ganze Welt gesandt wurden. Über 2.000 Oblaten wurden hier zu Missionaren herangebildet.

Heute ist das Kloster ein geistliches Zentrum im Herzen Deutschlands mit ca. 15.000 Gästen pro Jahr. Zum Kloster gehören ca. 30 Mitbrüder. Es beherbergt das Noviziat der Oblaten und eine Pflegestation für die alten Ordensmitglieder. Es ist ein lebendiger Ort des Glaubens und der Begegnung.

Seelsorge

Einzelgäste oder Gruppen, die Stille und klösterliche Atmosphäre suchen, unterstützen wir gerne. Egal, ob Sie einen ein- oder mehrtägigen Aufenthalt in unserem Haus planen, wir stehen Ihnen in der Zeit Ihres Besuchs (und darüber hinaus) seelsorglich zur Verfügung:

als Ihr Exerzitienbegleiter
als Referierender und Geistlicher Leiter Ihrer Gruppe (Oasentag, Einkehrtag, usw.)
in Ihrer persönlichen Geistlichen Begleitung
im seelsorglichen Gespräch
zum Beichtgespräch

Sollte während Ihres Aufenthalts der Wunsch nach einem seelsorglichen Gespräch wachsen, dann melden Sie sich bitte im Gästebüro oder an der Pforte. Dort wird Ihnen ein Mitbruder vermittelt.

Geistliche Begleitung

Der geistliche Begleiter will dabei begleiten, ein geistlicher Mensch zu werden. Bei regelmäßigen Treffen steht das eigene menschliche Leben mit all seinen Freuden und Herausforderungen im Mittelpunkt und somit der Wille, immer mehr Mensch zu werden. Besonderes Augenmerk liegt aber auch in der geistlichen Ausrichtung des eigenen Menschseins und somit der Wille, immer mehr Christ zu werden.

Exerzitien

Bei Exerzitien schweigen wir, um zu uns selbst zu finden und Gott näher zu kommen. Das eigene Leben nehmen wir in den Blick und hinterfragen es mit Hilfe der Bibel. Unsere geistlichen Erfahrungen besprechen wir wir täglich mit dem Exerzitienbegleiter. Den Tag gliedern gemeinsame Gebetszeiten und die Feier der Eucharistie. Die Schöpfung nehmen wir ohne Ablenkungen wahr, beim Spaziergang im Klosterpark und bei bewusster Nahrungsaufnahme. Christliche Gemeinschaft erfahren wir innerhalb eines stummen aber kraftvollen Miteinanders - das alles und mehr sind geistliche Übungen, um den eigenen Glauben vertiefen zu können.

Termine für Einzelexerzitien nach Vereinbarung

Begleitung P. Karl-Heinz Vogt OMI oder einer der anderen Mitbrüder

Kontakt: gaestebuero@bonifatiuskloster.de

Gottesdienste und Beichtgelegenheit

Die Gottesdienste in der Klosterkirche stehen allen Menschen offen:

Gottesdienstplan Juni

Gottesdienstplan Juli

Die Patres unserer Kommunität bieten regelmäßig die Gelegenheit zum Sakrament der Versöhnung an:

Beichtplan Juni

Beichtplan Juli

 

 

 

 

 

Klosterchor

Singen gehört zum Gottesdienst – und singen prägt den Gottesdienst. Besonders schöner Gesang. So gestaltet unser Klosterchor viele Gottesdienste im Bonifatiuskloster mit. 

Die Kirche

Die Klosterkirche St. Bonifatius der „Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria“ (OMI) wurde zwischen den Jahren 1897 – 1900 von Architekt Arnold Güldenpfennig, Paderborn, als kreuzförmige, dreischiffige Basilika in neuromanischen Formen erbaut und am 6. April 1900 durch Bischof Adalbert von Fulda konsekriert.

Die doppeltürmige Südfassade ist durch Rosetten, Rundbogenfenster, Lisenen und Friese reich gegliedert. Die beiden Türme tragen romanische Rautenhelme und haben angebaute runde Treppentürmchen. Im Südturm hängen drei Glocken aus den Jahren 1441 (Schlagton b) und 1967 (Schlagtöne cis und gis).

Das Portal ist mit Rundstäben, Blattkapitälen und einem Tympanonrelief der Krönung Mariens geschmückt.

Der Innenraum wurde 1963/64 nach den Vorschriften der Liturgiekonstitution des II. Vatikanischen Konzils renoviert, wobei die neuromanische Ausstattung der Erbauerzeit entfernt wurde, sodass ein übersichtlicher Gesamteindruck vorherrscht. Die starken Pfeiler mit Diensten, die Bögen, Gurte, Arkaden, Blendbögen, Halb – und Ganzrosetten kontrastieren vorteilhaft mit dem hellen Putz. Dem Besucher fallen besonders die Farbfenster auf, die alle von der Künstlerin Agnes Mann, Gersfeld / Rhön geschaffen wurden. Die weiten Querschiffarme waren ursprünglich der Klostergemeinschaft vorbehalten, denn das Hünfelder Bonifatiuskloster war von 1897 – 1969 theologische Hochschule der deutschen Oblatenprovinz.

Vom Reliquiar unseres Gründers, des heiligen Eugen von Mazenod aus hat man einen unverstellten Blick in den Altar – und Chorraum. Der wuchtige Altarblock zieht spontan die Blicke auf sich. Altar und Chorraum sind deshalb so großzügig entworfen, um Platz für Priesterweihen und Gelübdefeiern zu haben.

Hängekreuz und Tabernakel aus Kupfer und Bronze, mit Halbedelsteinen und Bergkristallen besetzt, fertigte die Kunstwerkstatt der Abtei Maria Laach.

Die überlebensgroße Marienplastik - Sinnbild der Kirche - schnitzte Hildegard Hendrichs, Erfurt.

 

Besondere Aufmerksamkeit verdient der Ambo, geschaffen von Frau Agnes Mann. Hauptaufgabe unseres Ordens ist die Verkündigung der Frohen Botschaft gemäß unserem Wahlspruch: „Den Armen die gute Nachricht zu bringen, hat mich der Herr gesandt“ (Jes 61,1). Das obere Medaillon zeigt einen sechsflügeligen Seraph, der mit einer glühenden Kohle den Mund des Propheten Jesaja reinigt, damit er zum wahrhaftigen Zeugen Gottes werden kann (vgl. Jes 6,1-6). In der Messliturgie betet der Prediger vor der Verkündigung des Evangeliums: „Heiliger Gott, reinige meine Lippen, damit ich dein Evangelium würdig verkünde“. Das untere Medaillon zeigt Eugen von Mazenod umgeben von Mitbrüdern in der Ordenstracht (Soutane und Kreuz).

Ambo – als Ort der Verkündigung – und die drei Fenster der Apsis bilden eine geistige Einheit und bieten dem Betrachter eine Theologie des Wortes Gottes an.

ILamm (Mittelfenster) schildert der Seher Johannes Jesus, den Gekreuzigten, der sein Leben für die sündigen Menschen dahingab und nun in der Herrlichkeit Gottes lebt, in den beiden flankierenden Fenstern sind jeweils  zwei Evangelien in ihren Symbolen zu sehen (rechts: Adler – Johannesevangelium, Stier – Lukas; links: Markus – Löwe, Matthäus – Mensch ).

Diese drei Fenster haben für unsere Kirche die gleiche Aufgabe wie in den alten Basiliken die Darstellungen des Pantokrator – Christus in der Apsis.

Dass jeder Christ auf seine Weise Zeuge und Diener des Glaubens sein soll, wird im Langhaus vor allem in den Fenstern aus dem Leben des heiligen Bonifatius erzählt.

Clewing-Späth Orgel

Mit dem Bau unsere Orgel wurde (am 16.02.) 1902 der Fuldaer Orgelbauer Fritz Clewing beauftragt.

Bereits 1901 hatte die Stadt Hünfeld dem Kloster einen Teil der Pfeifen der alten Orgel aus der Stadtpfarrkirche St. Jakobus (11 Register im Ganzen) geschenkt. Diese wurden teilweise in die Orgel eingefügt.

Das Gehäuse („Orgelprospekt“) , das die Klosterschreinerei gefertigt hat, besteht bis heute aus einem mittleren Polygonalturm, flankiert von zwei gleich hohen Rechteckfeldern, rechts und links sowie außen jeweils noch durch niedrige Spitzenbogenfelder. Unsere Klosterchronik berichtet: „Die Orgel wurde feierlich durch den Pater Provinzial am 13. März 1903 gesegnet und dann der Hymnus „Jesus dulcis amor meus“ („Jesus, meine Freude“) mehrstimmig aufgeführt“.

„Die Orgel zeigte nachher viele Mängel und das Gutachten des Musikdirektors Brede aus Kassel fiel nicht glänzend aus“, heißt es in der Chronik. Tatsächlich wurde schon 1909 ein Umbau und eine Erweiterung durch die Gebrüder Späth aus Mengen-Ennetach vorgenommen.

DISPOSITION

Die ursprüngliche Disposition Clewings ist leider nicht erhalten. Man kann sicher sagen, dass die Orgel 27 Register hatte. Bekannt ist, dass die Posaune 1909 neu eingebaut wurde.

DATEN UND FAKTEN

Höhe: ca. 8,5 m

Breite: ca. 8,2 m

Tiefe: ca. 2,8 m

Anzahl der Pfeifen: 1934 Pfeifen + 6 Krallenglocken + 39 Schalenglocken Register 31 (32)

Größte Pfeife: ca. 5 m

Kleiste Pfeife: 12 mm

Höchste Tonfrequenz: ca. 11.500 Hz

Niedrigste Tonfrequenz: ca. 32 Hz