P. Alfred Mock OMI

geboren: 17.05.1908 in Kaltenebber
Erste Gelübde: 25.04.1929 in Maria Engelport
Priesterweihe: 15.07.1934 in Rom
gestorben: 19.06. 2006 in Hünfeld

Alfred Mock wurde am 17. 05. 1908 in Kalteneber im Eichsfeld als jüngstes von neun Kindern der Eheleute Christoph Mock und Mathilde Mock, geb. Gümpel, geboren. Sein Vater war von Beruf Landwirt, seine Mutter Näherin. Alfred besuchte die Volksschule in Kalteneber, bevor er, wie schon vor ihm sein Bruder Aloys, von 1920-27 die Missionsschule der Oblaten in St. Karl bei Valkenburg/Holland besuchte. Ein Wort des, gleichfalls aus Kalteneber stammenden, Pädagogen Lorenz Kellner vernahm er in dieser Zeit und es sollte für ihn zum Lebensmotto werden: "Was du bist, das wolle sein, und nichts wolle lieber sein". Der Abschluß der gymnasialen Studien erfolgte 1928 am Gymnasium in Oberlahnstein.

Anschließend trat Alfred in das Noviziat der Oblaten der Oblaten in Maria Engelport ein und legte dort 1929 seine ersten Gelübde ab. Nach einem Semester Philosophiestudium an der Ordenshochschule in Hünfeld kam Alfred zum Weiterstudium nach Rom. Ein Wechsel, der ihm nicht leichtfiel, hieß es doch von der Heimat Abschied zu nehmen. Seine ewigen Gelübde legte er 1932 in Rom ab. Zum Priester wurde er am 15. Juli 1934 in der Kirche St. Ignazio in Rom geweiht. Das Studium schloß Alfred 1935 mit dem Doktor in Philosophie ab. Er erhielt seine Obedienz für Hünfeld, um dort Philosophie zu dozieren. Eine Obedienz, womit er nicht gerechnet hatte. Denn während seiner Studienzeit hatte er noch davon geträumt, in die Mission zu gehen. Von 1935 bis zur Auflösung des Hünfelder Klosters 1941 durch die Nationalsozialisten wirkte Alfred als Philosophieprofessor. P. Mock und viele Studierende kamen nach der Klosterschließung nach Obermedlingen. Nur kurze Zeit waren ihm und den Studenten dort beschieden. Während die Studenten ihre Stellungsbefehle für die Front erhielten, bat Alfred den Bischof von Fulda darum, als Kaplan tätig sein zu dürfen. Von 1941 - 1945 war dann Alfred in verschiedenen Pfarreien in Thüringen tätig, eine Zeit, die er, wie er einmal im Rückblick sagte: "nicht missen möchte". Oktober 1945 flüchtete Alfred, als Bauer verkleidet, über die "grüne Grenze" zwischen der Sowjetzone und Hessen.

Von da ab bis 1968 wirkte Alfred wieder als Philosophieprofessor an der Hochschule in Hünfeld. Dann wurde der Lehrbetrieb in Hünfeld eingestellt. Nach einem weiteren Semester Unterricht in Fulda gab Alfred seine Professorentätigkeit auf und ging nach Maria Engelport. Dort gab er Exerzitien und religiöse Wochen. 1971 ging er bereits wieder zurück nach Hünfeld, um in der Seelsorge mitzuhelfen. Von 1979 bis 1993 wirkte er als Seelsorger im Hünfelder St. Elisabeth-Krankenhaus. Als Seelsorger in "i.R." ("in Reichweite") war er danach gerne bereit, den einen oder anderen seelsorglichen Dienst zu übernehmen, bevor allmählich die Kräfte nachließen. Seine letzten Jahre waren aufgrund seiner gesundheitlichen Verfassung von mancher Unruhe geprägt, bis es er nun bei seinem Herrn Ruhe finden durfte. Möge der Herr ihm nun alles vergelten, was er für sein Reich gewirkt hat.

R. I. P.