30. September

Drittes Generalkapitel in Aix (1824)

1824 war für die Gemeinschaft ein Jahr der Stürme. Von außen versuchten die Bischöfe ihre Priester, die sich durch Gelübde an die junge Genossenschaft gebunden hatten, wieder in ihre Bistümer zurückzuholen. Von innen klagten die Mitbrüder ihren Generaloberen an, dass er die Interessen der Gemeinschaft zu Gunsten der Diözese Marseille, in der er Generalvikar wurde, und um des eigenen Ehrgeizes aufgegeben habe. Daraufhin verließen einige Patres die Gemeinschaft. Mit diesen Problemen begann am 30. September 1824 das dritte Generalkapitel in Aix. Es waren um den Stifter weitere 10 Patres bei dem Kapitel anwesend.
Am ersten Tag wurde darüber diskutiert, ob es für das Wohl der Kongregation von Nutzen sei, dass der Generalsuperior das Amt eines Generalvikars des Bischofs von Marseille weiterhin ausüben sollte. In geheimer Abstimmung wurde dies einstimmig bejaht. Es wurde damit auch anerkannt, dass ein Umzug der Generalverwaltung von Aix nach Marseille aufgrund der übernommenen Pflichten unausweichlich bevorstand. Anschließend legten die Superioren der drei Häuser Rechenschaft über die finanzielle Lage der Kommunitäten ab.
In der zweiten Sitzung stellten die Teilnehmer des Kapitels fest, dass die Übernahme von Priesterseminaren die Gemeinschaft nicht von ihrem Hauptziel, der Mission, abbringen wird. Der Stifter versprach, dies in der Regel zum Ausdruck zu bringen.
Da zwei Mitglieder der alten Verwaltung die Gemeinschaft verlassen hatten, wählte man am letzten Tag die neue Generalverwaltung. P. Tempier wurde erster, P. Mie zweiter, P. Courtes dritter und P. Suzanne vierter Assistent. Neben P. Honorat als Generalprokurator wurde P. Tempier Admonitor des Generals. Zum Abschluss des Kapitels wurden die Unterlagen von allen elf Teilnehmern feierlich unterzeichnet.


Quellen:

Scharsch, Phillip, Geschichte der Kongregation der Makellosen Jungfrau Maria, Band I, Seiten 59ff.