21. September

P. Jean-Marie Ollivier OMI (1926-2004)

Jean-Marie Ollivier wurde am 06. Juni 1926 in der Diözese Quimper in der Bretagne geboren. Er trat 1947 in die Gemeinschaft der Oblaten ein und legte am 08. September 1951 seine ewigen Gelübde ab. Im Jahr 1953 empfing er die Priesterweihe und erhielt seine Obedienz für Laos. Etwa 10 Jahre später kam er zum ersten Mal in Kontakt mit Leprakranken. Er wusste sofort, dass er für diese Menschen etwas tun musste. Bei einem Arzt lernte er, wie er sich am besten um die Leprakranken kümmern konnte und gründete eine eigene Siedlung, in der diese Menschen, die meist von der Gesellschaft ausgeschlossen waren, zusammen leben konnten. In Somsanouk (Stadt des Glücks) lebten etwa 500 Menschen zusammen.
Nach der Machtübernahme durch die Kommunisten musste er im Jahr 1975 das Land verlassen. Er litt sehr darunter, zurücklassen zu müssen, was er im Kampf gegen Lepra aufgebaut hatte, ohne alles erreicht zu haben, was möglich gewesen wäre. 1976 ging er nach Haiti. In Gonaïves, in der Mitte des Landes, richtete er sich in einem Krankenhaus ein, wohin bald etwa 100-120 Leprapatienten am Tag kommen sollten, um seinen Rat einzuholen. Er organisierte auch groß angelegte Untersuchungen in Schulen und Familien. Nachdem einheimische Ärzte die Versorgung der Leprakranken übernommen hatten und die Krankheit in Haiti zurückging, begann P. Ollivier sich für HIV-Infizierte einzusetzen. Auch die Sorge für die Gefangenen und die verlassenen älteren Menschen gehörte bald zu seinen Aufgaben. Er nannte dies „die anderen Formen des Aussatzes“.
P. Jean-Marie Ollivier OMI war ein mutiger Ordensmann mit einem unerschütterlichen Glauben. Auch durch Schwierigkeiten politischer Art ließ er sich nicht davon abbringen, sich für die einzusetzen, die er als die Verlassensten erkannt hat. Als Opfer des Hurrikans Jeanne starb er am 20. September 2004.


Quellen:

Oblate Heritage
http://www.omiworld.org