14. September

Die Eismission der Oblaten

Pater Henri Grollier, Oberer von St. Joseph am Großen Sklavensee, gewann das Mackenziegebiet als Missionsgebiet für die katholische Kirche durch die Gründung der Stationen S. Michel, Ste. Thérèse und Good Hope. Von Good Hope aus reiste er nach Mc Pherson, wo er am 14. September 1860 die ersten Inuitkinder taufte. 1865 war der Beginn der kühnen Inuit-Expeditionen durch P. Émile Petitot. 1868 suchte P. Alphonse Gasté zum ersten Mal vom Caribousee aus die Inuit auf. 1872/73 unternahmen P. Isidore Clut und P. Auguste Lecorre einen erneuten Vorstoß in das Yukon- und Alaskagebiet. Sie hatten jedoch nur geringen Erfolg. Um 1890 bemühte sich P. Camille Lefebvre um die Inuit – doch ohne Erfolg. 1908 wurde die Inuit-Mission aufgegeben, weil es nicht das geringste Anzeichen der Bekehrung gab.
Drei Jahre später erfolgte jedoch die Wiederaufnahme der Inuitmissionierung durch P. Jean-Baptiste Rouvière und P. Guillaume Le Roux von Good Hope aus. Die beiden Patres wurden am 30. Oktober 1913 heimtückisch von zwei Inuit ermordet. Die Patres Francois Frapsauce und Pierre Fallaize unternahmen 1918 neue Missionsversuche unter den Inuit vom Großen Bärensee aus. Am 24. Oktober 1920 ertrank P. Francois Frapsauce im Großen Bärensee. Die Gründung von „U. L. Frau“ am Großen Bärensee für die Inuit erfolgte 1922 und die Gründung von Aklavik 1924. 1928 wurde die Inuit-Mission Letty-Harbor errichtet. Auf der Insel Viktoria wurde 1938 von P. Roger Buliard die nördlichste Missionsstation der Welt gegründet, die Christ-König-Station.


Quellen:

R. Buliard, Inuk. Ein Heldenlied der Arktis (Paderborn 1952).
P. Schulte, Der fliegende Pater bei den Eskimos (Paderborn 1949).
G. Sommer, Missions-Atlas der OMI ( Valkenburg 1947).
G. Carrière, Dictionnaire biographique des Oblats de Marie Immaculée au Canada Tome I-IV. (Ottawa 1976-1989).