26. Oktober

P. General Joseph Fabre (1824-1892)

Er wurde am 14. November 1824 in Cuges, Diözese Marseille, als Kind religiös gleichgültiger Eltern, geboren. Vierjährig verlor er den Vater und mit 10 Jahren war er Vollwaise. Sein Onkel Antoine Bonifay, Bürgermeister von Cuges, übernahm seine Vormundschaft. Er schickte Joseph an das staatliche Gymnasium in Marseille, um dessen wachsende Frömmigkeit zu unterdrücken. Am 18. Oktober 1842 trat er ins Priesterseminar von Marseille ein. Nach den ersten beiden Jahren des Theologiestudiums entschied Joseph Fabre, den Oblaten beizutreten. Er begann am 16. Februar 1844 sein Noviziat in Notre Dame de l` Osier und machte am 17. Februar 1845 seine Ewigen Gelübde. Eugen von Mazenod weihte ihn am 29. Mai 1847 zum Priester. Ab 1848 war er Professor für Moral und Dogmatik am Priesterseminar in Marseille. Als Pater Tempier OMI 1854 nach Montolivet ging, ersetzte ihn Pater Fabre als Superior und Leiter des Priesterseminars. Bischof Eugen von Mazenod ernannte ihn gleichzeitig zum Generalvikar seiner Diözese. In der Kongregation bekleidete er seit 1850 die Stelle eines Generalprokurators und ab Januar 1860 die Stelle eines Generalassistenten. Nach dem Tod Eugen von Mazenods wurde Joseph Fabre auf dem X. Generalkapitel in Paris am 5. Dezember 1861 von 19 der 20 Kapitulanten zum ersten Generaloberen nach dem Tod Eugen von Mazenods gewählt
Pater General Fabre sah seine Hauptaufgabe darin, das heilige Erbe, nämlich den Geist des Stifters, unversehrt zu erhalten und weiterzugeben. Er achtete mit großem Eifer auf die Regeltreue und machte die Regel zur Zentralidee seiner Verwaltung. Er meisterte die Schwierigkeiten, die für die Kongregation durch die Auseinandersetzung mit dem neuen Marseiller Bischof Cruice und mit dem in Frankreich einsetzenden Klostersturm entstanden.
Die Kongregation ist in den 30 Jahren, in denen Pater Fabre sie als Generaloberer leitete, sehr gewachsen. Die Zahl der Oblaten stieg von 393 im Jahre 1861 auf 1339 im Jahre 1893. Die Zahl der Häuser, Residenzen und Missionsstationen in aller Welt wuchs und es kamen neue Provinzen und Missionsvikariate hinzu. Die Oblaten übernahmen 1863 das Apostolische Vikariat New Westminster (Kanada) und im Jahre 1883 das Apostolische Vikariat Colombo (Ceylon). Mit den Gründungen in Deutschland, Niederlande und Belgien erschlossen sich den Oblaten Länder für neue Provinzen. Im April 1862 erschien das erste Heft der in französischer Sprache herausgegebenen Oblatenzeitschrift „Missions“, die für die Mitglieder der Kongregation in aller Welt bestimmt war und über die Arbeit der Oblaten berichtete. In ihr wurde erstmals eine Beschreibung des Todes Eugen von Mazenods und ein Teil seiner Briefe veröffentlicht.
Pater General Fabre starb am 26. Oktober 1892 zu Royaumont. Er wurde in einer Gruft auf dem Oblatenfriedhof am Montmartre beigesetzt.


Quellen:
Y. Beaudoin: Art. Fabre, Joseph = Dictionnaire historique des Missionnaires Oblats de Marie Immaculée, Vol. I En France au temps du Fondateur (Rom 2004) 263/6.
Ph. Scharsch: Geschichte der Kongregation OMI Bd. II.1 1/72.