1. Oktober

Die Gründung der Monatsblätter (1893)

Die erste Ausgabe der Zeitschrift der deutschen Oblaten erschien im Oktober 1893, noch vor der Gründung der deutschen Oblatenprovinz, unter dem Titel „Maria Immaculata – Mitteilungen aus der Congregation der Missionäre Oblaten der Unbefleckten Jungfrau Maria“. Die erste Ausgabe umfasste 32 Seiten und wurde in einer Auflage von 2.000 Exemplaren bei Robert Hamel in Düren gedruckt. Die Redaktion befand sich in Valkenburg/Holland. Der Begründer der Zeitschrift war der damals 23 jährige Scholastiker Robert Classen OMI. Er war als Lehrer in Valkenburg im Juniorat St. Karl tätig. Classen hatte einige Artikel für eine Missionszeitschrift der Jesuiten geschrieben, dabei kam ihm der Gedanke, eine Zeitschrift der Oblaten ins Leben zu rufen. Sein Oberer, P. Leo Legrand, unterstützte diese Idee.
Die Oblaten wollten mit ihrer Zeitschrift eine „geistige Verbindung“ zwischen ihrer Kongregation und ihren Freunden und Förderern herstellen bzw. unterhalten. Es sollte ein Einblick in die Arbeit der Oblaten gegeben und die Marienverehrung gefördert werden.
Die ersten Bezieher der deutschen Oblatenzeitschrift waren die Verwandten und Freunde der Junio-risten und Oblaten von St. Karl, aber auch Geistliche, die durch Volksmissionen, Exerzitien oder Aushilfen mit den Oblaten in Kontakt kamen. Nach einem Jahr wurde die Auflage der Zeitschrift auf 4.000 Exemplare verdoppelt.
P. Classen blieb Hauptschriftleiter der Zeitschrift bis 1904. Unter seiner Führung fand 1897 der Umzug der Redaktion nach Hünfeld ins St. Bonifatiuskloster, dem Mutterhaus der neu errichteten deutschen Oblatenprovinz, statt.
Nach einer Namensänderung 1919 und dem Verbot der Herausgabe während des Zweiten Weltkrie-ges, ist die Zeitschrift seit 1953 unter dem Namen „Der Weinberg“ bekannt.


Quellen:

Jagelki, Jürgen, 100 Jahre Zeitschrift der Hünfelder Oblaten: Der Weinberg 94 (1993) Nr. 10, S. 22f.
Klosterkamp, Thomas, Apostolate of the pen: Vie Oblate life Nr. 2-(2004), Ottawa/Kanada, 2004, S. 218-220.
Krasenbrink, Josef, Und sie gingen in seinen Weinberg. 100 Jahre deutsche Ordensprovinz der Ob-laten der Makellosen Jungfrau Maria (Hünfelder Oblaten), Mainz 1995, S. 182-186.
Simon, Reinhold, 50 Jahre Missionsblätter der Oblaten. Monatsblätter der Oblaten der Unbefleckten Jungfrau Maria (1949), S. 146-149.

1. Oktober

Br. Joseph Kearney OMI (1834-1918)

„Ein treuer Diener“! Diese Worte beschreiben wohl am besten das Leben dieses irischen Bruders, der auch den Spitznamen „Der unbekannte Held der Arktis“ trug.
Joseph Patrick Kearney wurde am 15. Juli 1834 in Coal Island in Irland geboren. Er trat am 20. Juni 1855 in das Noviziat der Oblaten in Lys Marie in England ein und legte am 26. Juli 1856 seine ersten Gelübde ab. Zu Beginn hatte er noch die Absicht Priester zu werden, änderte aber seine Meinung während des Noviziates. Er brachte dem Priesteramt so große Verehrung und Respekt entgegen, dass er nicht anders konnte, als diese gewaltige Ehre zurückzuweisen, und so legte er bereits am 16. Juli 1857 seine ewigen Gelübde als Bruder ab.
Noch im gleichen Jahr brach Bruder Joseph Kearney OMI nach West-Kanada auf, wo er sich in den Jahren 1858 und 1859 in der Eingeborenenmission von Fort Chipewyan um die Instandhaltung der Farm, das Einbringen der Ernte und das Sammeln von Feuerholz kümmerte und im Frühjahr als Jäger und Gärtner tätig war. In den folgenden Jahren in der St.-Josephs-Mission in Fort Resolution arbeitete er außerdem als Holzfäller, Fischer, Baumeister, Koch und Katechet. Seine letzte Obedienz erhielt er 1861 für Fort Good Hope am Polarkreis, wo er sein gesamtes weiteres Leben, weitere 57 Jahre in großer Hingabe verbrachte, bevor er dort am 01. Oktober 1918 starb.
Bruder Kearney war zeitweise außerdem noch als Sakristan, Organist, Hundetrainer und Fuhrmann tätig. Alle seine Aktivitäten erfüllte er mit tiefer Demut, grenzenloser Hingabe, großer Bescheidenheit und gewaltiger Nächstenliebe. Er zeigte immer eine große Verehrung des Allerheiligsten Altarsakramentes und der Jungfrau Maria, sowie eine respektvolle Anhänglichkeit an seine priesterlichen Begleiter.
Sein ganzes Leben weihte er den bescheidenen Aufgaben, die ihm zugeteilt wurden. Der Generalobere P. Léo Deschâtelets OMI sagt über ihn: „Mit seinem ganzen Leben predigt uns Bruder Kearney, dass es nichts gibt, wenn wir nicht zuallererst Männer Gottes sind.“


Quellen:

Gaston J. Montmigny OMI, Oblate heritage 10. Oblate brothers amid the snow, Rom, 1998, S. 5-7.