25. November

P. Engelbert Rehling OMI (1906–1976)

Pater Engelbert Rehling ist den Oblaten bis zum heutigen Tag ein Begriff: Er war ab Dezember 1941 im KZ Dachau inhaftiert, überlebte die Torturen des Lagers aber, anders als die rund 1000 katholischen Priester, die dort die Krone des Martyriums erlangten.
Engelbert Rehling wurde 1906 in Düpe bei Vechta geboren. Er wuchs in einer christlichen Familie auf, dessen Vater eine Werkstatt für landwirtschaftliche Maschinen unterhielt. Ab 1921 lebte und lernte er im Juniorat St. Karl, wo er 1927 sein Gymnasium beendete. Er trat in das Noviziat ein und legte am 1. Mai 1928 seine ersten Gelübde ab. Genau drei Jahre später legte er die ewigen Gelübde ab und wurde am 9.4.1933 zum Priester geweiht. Seit 1934 war er in der Volksmission tätig, wobei ihm seine offene Art und seine Kontaktfreudigkeit zu gute kam. Diese Art führte schon 1935 zu Konflikten mit den Machthabern. Es wurde ihm die Beleidigung des Staates zur Last gelegt: „Den führenden Köpfen der heutigen Regierung braucht ihr keinen Glauben zu schenken, man will uns die zehn Gebote aus dem Herzen reißen, sie passen nicht für die arische Rasse, sondern man sagt, sie wären für die Juden bestimmt.“ Diese ersten Ermittlungen blieben ohne Folgen. Der nächste Konflikt in Hüls bei Krefeld führte zu Verhören, die sich ein Jahr lang (1937/8) hinzogen.
Nach der Auflösung des Klosters in Aachen übernahm P. Rehling ab September 1941 eine Urlaubsvertretung in Kaldenhausen bei Duisburg. Als er sich dort weigerte, dem Postboten Lehnhoff, einem überzeugten Nazi, den „deutschen Gruß“ zu entbieten, kam es zum Streit zwischen den beiden. Offen wie er war, wies er Lehnhoff, dessen Sohn als Mitglied der SS in Polen gefallen war, darauf hin, dass die SS „nicht zimperlich in der Kriegführung wäre, dass sie verschiedene polnische Mitbrüder einfach an die Wand gestellt hätte.“ Dies reichte dem Postboten zu einer Anzeige und der Gestapo für eine Verhaftung. Er wurde am 28. Oktober 1941 verhaftet und ohne Verhandlung ins KZ Dachau eingeliefert. Er selbst schrieb, dass die Zeit dort für ihn wie die Hölle gewesen sei. Kraft und Stärke schöpfte er aus der Feier des heiligen Messopfers in der Lagerkapelle. Am 26.12.1944 durfte er dem im KZ geweihten Karl Leisner bei der Primizmesse dienen. Zwischen den beiden hatte sich eine freundschaftliche Beziehung entwickelt.
Am 28. April 1945 gelang P. Rehling auf dem Evakuierungsmarsch die Flucht. Er wurde von Jesuiten aufgenommen, wirkte dann zwei Jahre im Missionskonvikt in Westfalen. Von 1947 bis 1958 nahm er seine Tätigkeit als Volksmissionar wieder auf. Danach wirkte er als Krankenhausseelsorger in Aachen. Durch Diabetes und einen Schlaganfall zwei Jahre zuvor körperlich mitgenommen verstarb er am 25. November 1976.


Quellen:
Klosterkamp, Thomas: Pater Engelbert Rehling OMI. Volksmissionar. Gefangener im KZ Dachau 1941-1945.
Gregor Schlarmann: Engelbert Rehling. Ein Steinfelder im KZ Dachau. In: Steinfeld 1187-1987. Vechta, 1987. S. 602.
Nachruf auf den Verstorbenen von P. Bahlmann und P. H. Oelrich.
Michael Rademacher, Volksmissionar und Häftling im KZ Dachau."Nie im Leben habe ich meine Natur verleugnet." http://web.archive.org/web/20021231002936/http://www.literad.de/regional/rehling.html