21. November

Br. Jean Bernard Ferrand OMI (1804-1870)

Bruder Ferrand war der erste, der als Laienbruder das Noviziat bestand, seine ewige Profess machte und bis zum Tod in der Kongregation aushielt.
Jean Bernard Ferrand wurde am 29. Juni 1804 in Fontjoncouse in Aude geboren. Mit 22 Jahren kam er nach Aix-en-Provence ins Noviziat der Oblaten M.I. Die ersten Gelübde legte er am 4. Juni 1828 ab. In den folgenden Ordensjahren diente er als Koch, Pförtner und Gärtner in Aix. Er hat sich auch um die kranken Mitbrüder gekümmert: so hat er den Stifter gepflegt, als er im Jahre 1829 todkrank im Bett lag. Am 4. Juni 1834 legte er seine ewigen Gelübde ab. Im Frühling 1835 kam er nach Korsika als Mitglied der ersten dortigen Kommunität. P. Guibert sagte: „Ohne Bruder Ferrand wäre es unmöglich gewesen, das Seminar in Ajaccio zu eröffnen.“ Im folgenden Jahr zog er mit P. Albini nach Vico um. P. Albini lobte besonders die Flexibilität und die Regeltreue des Bruders. Gerade hier aber erlebte Br. Ferrand eine große Berufungskrise. Er wollte aus der Kongregation austreten und Kapuziner werden. Er hat das dennoch nicht getan. Nach zwei Jahren auf Korsika wirkte er in den Kommunitäten von Marseille (1838-1841) und von Aix (1841-1847).
Trotz seines tiefreligiösen Charakters geriet er oft in Krisen. Er nahm die Schwierigkeiten, die an ihn kamen, viel zu ernst. In Aix konnte er mit dem Superior (P. Courtès) nicht gut auskommen. Die Arbeit in der Küche und in dem Garten war ihm zu viel. Bald bat er um Versetzung und überlegte wieder den Austritt. Dem Stifter gelang es, ihn zu beruhigen und zum Gehorsam zu bringen.
1847 kam Br. Ferrand nach Limoges. Dort erwarteten ihn weitere Schwierigkeiten mit den Mitbrüdern, besonders mit P. Burfin und Br. Roux. P. Eugen de Mazenod musste ihn wieder ermuntern, weiter Geduld zu üben und mit den Nachbarn auszukommen. „Das scheint die Tugend zu sein, die der gute Gott von ihm verlangt, in dem er ihm einen Bruder als Begleiter gibt, der so unangenehm ist...“ schrieb von ihm der Stifter (Brief an P. Charles Baret, 17.1.1851).
Br. Ferrand wirkte daraufhin noch zwei Jahre in Marseille und zehn Jahre in Montolivet. Seine letzte Kommunitätsgemeinschaft war die in Aix. Dort lag er viele Jahre hindurch, von Rheuma geplagt, regungslos auf seinem Bett. Er starb am 21. November 1870 und wurde auf dem Oblatenfriedhof in Aix beerdigt. In der Todesanzeige wurden besonders seine Brüderlichkeit und sein Geist des Gebetes und der Frömmigkeit hervorgehoben.


Quellen:
Scharsch, Philipp, Geschichte der Kongregation der Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria, Bd. I., Maria Engelport 1952, SS. 54, 82, 91.
Historical Dictionary of the Missionary Oblates of Mary Immaculate, Bd. I., Rom 2008, S. 295.
Eugen von Mazenod, Briefe an Oblaten in Frankreich, Bd. 10, Zwickau 1999, S.181.
Eugen von Mazenod, Briefe an Oblaten in Frankreich, Bd. 11, Mainz 2003, S.62.