20. November

Bischof Ovide Charlebois OMI (1862–1933)

Am Jahrestag der päpstlichen Anerkennung der Oblatenmissionare, dem 17. Februar, im Jahre 1862 wurde Ovide Charlebois in Oka, Quebec, geboren. Er entstammte einer einfachen kanadischen Bauernfamilie. Die schlichte Frömmigkeit prägte das ganze Familienleben und fünf seiner insgesamt 13 Geschwister wählten den Weg ins Priestertum oder Ordensleben.
Ovid Charlebois trat 1882 ins Noviziat der Oblaten ein und legte 1884 seine ewigen Gelübde ab. Am 17. Juli 1887 wurde er von Bischof Vital Grandin OMI zum Priester geweiht. Seine erste Obedienz erhielt er für die Missionsstation Keewatin. Für zwei weitere Missionsstationen war er ebenfalls zuständig. Sein nächster Mitbruder wohnte 208 km entfernt von seiner Station.
Er erbaute eine Kirche und erweiterte die Station. 1903 wurde er zusätzlich Direktor einer Berufsschule für Indianer am Duck’s Lake. Viele Reisen musste der Pater in dieser Zeit zurücklegen.
1910 errichtete die Propaganda Fide ein neues apostolisches Vikariat mit Sitz in Le Pas. Apostolischer Vikar und damit auch Bischof wurde der als zuverlässig und tüchtig angesehene P. Charlebois, dessen Werk so eine größere Ausdehnung am Am 30. November wurde er zum Bischof geweiht. Für 9 Missionsstation mit 15 Priestern hatte er von seinem Bischofssitz aus, wo sich noch nicht einmal eine Kirche befand, zu sorgen. Er bewältigte diese Aufgabe mit großer Ausdauer. Seine jährlichen Missionsreisen, die er zu Fuß und mit einem Birkenkanu zurücklegte, brachten ihn in die entlegensten Stationen. Auf seiner ersten Reise legte er so 3200 km zurück, was ihm den Beinamen „Wandernder Bischof“ einbrachte.
23 Jahre sollte er als Missionar in Eis und Kälte, in Wäldern und Tundra wirken. Er gründete die Zeitung „Le Patriote de Ouest“. Die Menschen seines Vikariats liebten ihn derart, dass sie ihn schon zu Lebzeiten als „heiligen Bischof“ bezeichneten. Herausragend war für alle sein Armutsgeist, der sich auch in seinem Testament ausdrückt: „Ich habe als Armer gelebt, ich will als Armer sterben. Wie ein Armer will ich begraben werden.“ Er verstarb am 20. November 1933.
1951 eröffnete Bischof Lajeunesse, sein Nachfolger, den Seligsprechungsprozess. Mehr als 90 Zeugen wurden im Zuge der Untersuchungen gehört. 2001 wurde die Akten der Theologenkommission übergeben, die den heroischen Tugendgrad bewerten soll.


Quellen:
Monatsblätter der Oblaten, Jg. 1934, S. 64 u. 95f.
OMI Information #403, July/August 2001.
P. Donat Levasseur OMI, A History of the Missionary Oblates of Mary Immaculate, Bd 2, S. 180ff.