29. Mai

P. Joseph Gérard (1831 – 1914)

Joseph Gérard wurde am 12. März 1831 in Bouxiers-aux-Chenes / Diözese Nancy als erster Sohn von Jean Gérard und Ursula Stofflet geboren und hatte noch zwei Brüder und zwei Schwestern. Seine Eltern besaßen einen Bauernhof, der ihnen ein karges Auskommen hergab.
Durch die finanzielle Hilfe eines Nachbars, konnte Joseph im Herbst 1844 in die 5. Klasse des Knabenseminars von Pont-a-Mousson eintreten. Auf diesem Seminar hat er auch seine ersten Begegnungen mit Oblaten. Im Oktober 1849 tritt Joseph in das Priesterseminar von Nancy ein und trifft dort die Oblaten wieder. In Joseph regt sich der Wunsch, Missionar zu werden. Ostern 1851 verlässt Joseph das Priesterseminar und geht ins Noviziat von N.-D. de l’Osier. Am 10. Mai 1852 legt Joseph Gérard seine Gelübde ab. Nach Abschluss seines Noviziats kam Fr. Gérard ins Priesterseminar von Marseille, um seine theologischen Studien fortzusetzen. Dort trifft er Eugen von Mazenod, der ihn sogleich in sein Herz schließt. Bedrängt von der Not der Kirche weiht er ihn bereits am 3. April 1853 zum Diakon, um in die Mission zu gehen. So reist Frater Gérard mit zwei Mitbrüdern, P. Barret und Br. Bernard, am 10. Mai 1853 auf einem Kriegsschiff nach Süd-Afrika ab. Nach acht Monaten, am 21. Jan. 1854 kommen die drei Oblaten im Hafen von Natal an. Bischof Allard nimmt Joseph sofort mit, weiht ihn schon am 19. Febr. 1854 in Pietermaritzburg.
Gedrängt von dem Stifter, schickt Bischof Allard P. Barret und P. Gérard zu den Zulus. Am 27. Febr. 1855 brechen sie zum Stamm des Häuptlings Dumisa auf und errichten dort eine Kapelle des hl. Michael. Bischof Allard ruft die Missionare am 23. Juli 1856, wegen eines Zuluaufstandes, zurück nach Pietermaritzburg. Am 15. Febr. 1858 bricht P. Gérard und P. Bompart zum zweiten Anlauf der Zulumission auf. Am 17. Juli 1859 wird die neue Kapelle eingeweiht. Febr. 1860 entscheidet sich Bischof Allard und P. Gérard, den Stamm zu besuchen, dem ihr erster Evangelisierungsversuch galt. Dort gründen sie eine zweite Missionsstation. Der Bischof gibt ihr den Namen ULF von den Sieben Schmerzen. Wieder beginnen Monate harter Arbeit. P. Gérard besucht über 20 Kraale im Umkreis der Mission, aber er wird abgewiesen, sobald er über Religion spricht. Bischof von Mazenod legt Gérard in seinem letzten Brief vom 4. Sept. 1860 nahe, weiter ins Land vorzustoßen, wenn das Volk verstockt bleibt. Im Juli 1861 wird die Missionsstation ULF v. d. Sieben Schmerzen aufgegeben; St. Michael folgt zwei Jahre später. Von Aug. 1861 bis März 1862 unternimmt der Bischof mit P. Gérard Expeditionen zu den Basothos, die sich an den Abhängen der Malutiberge angesiedelt hatte. König Moshesh gestattet ihnen eine Missionsstation zu gründen. Bischof Allard, P. Gérard und Br. Bernhard brechen im Aug. 1862 mit einem 14-spännigen Ochsenkarren auf und erreichen im Okt. 1862, das Basotholand. Sie werden freudig aufgenommen und sogar von den Eingeborenen gegen die Feindseligkeiten der Protestanten in Schutz genommen. Die Missionsstation Roma wird am 1. Nov. 1863 feierlich eingeweiht. Unermüdlich sucht P. Gérard die Menschen auf. In einfacher Sprache gibt er christliche Lehre, übersetzt den englischen Katechismus in die Landessprache Sesotho, schreibt Hymnen und Lieder. Nach zehn Jahren hört er zum ersten Mal den Ausruf einer Basothofrau: ,,Ich bin bekehrt!“ Er nimmt sie am 25. Dez. 1864 mit einer weiteren Frau als Taufbewerberin auf. Dies ist der Beginn der großen Basothobekehrungen, die P. Gérard den Titel „Apostel der Basothos“ einbrachte. Von 1869 bis 1875 ist P. Gérard Superior von Roma. 1876 errichtet er 100km von Roma entfernt, die Station Sta. Monika und ist dort bis 1897 Superior. Von 1898 bis 1907 ist er wieder Superior in Roma. Dort bleibt er bis zu seinem Tode am 29. Mai 1914. Sein Grab befindet sich in Roma und wird von den Gläubigen sehr verehrt. Papst Johannes Paul II. hat P. Joseph Gérard am 15. September 1988 in Roma / Lesotho selig gesprochen.


Quellen:
Beaudoin, Yvon, Blessed JosephGérard OMI. Apostle to the Basotho, in: Collection Oblate Writings II,3, Rom 1991.