23. Mai

P. Anton Paulsen OMI (1903 – 1987)

Pater Anton Paulsen wurde 1903 in Niederlützing geboren. Im Bonifatiuskloster zu Hünfeld empfing er 1927 seine Priesterweihe in der Gemeinschaft der Oblaten. Ein Jahr später wurde er als Missionar nach Südafrika gesandt und in der Station Devondale, in der Diözese Kimberley eingesetzt. Von dort aus versorgte er mehrere Außenstationen. Obwohl er schon während seiner Studienzeit unter vielen Krankheiten litt erfüllte er diese Aufgabe, welche mit starken körperlichen Anstrengungen und bedrückender Einsamkeit verbunden war. Doch 1931 wurde er nach Rustenburg zum Bau einer Kirche versetzt, in der er Gottesdienste feiern sollte. Der Grund für die Versetzung war ein Strom deutscher Einwanderer, welche in den neuen Stahlwerken von Pretoria arbeiten wollten.
6. Jahre wirkte P. Paulsen dort und verhalf den jungen Gemeindemitgliedern sich in dem neuem Land zu bewähren. Nach dieser Zeit kam er nach Vereeniging als Seelsorger der weißen Bevölkerung, doch übernahm er zudem auch die Betreuung der schwarzen Christen in Sharpville. Trotz fortlaufend harter physischer und psychischer Beanspruchungen gründete er zwei weitere Gemeinden, wobei sich seine Gesundheit überraschenderweise besserte.
Sein größtes Werk entstand in Moroka 1947, einem Stadtteil von Johannesburg. In einem Gebiet wo sich alle sozialen und politischen Probleme Südafrikas trafen, gründete Pater Anton, unter großen Strapazen und schwerer Arbeit eine Gemeinde, aus der später zehn Pfarreien und Kirchen hervorgingen, die mitunter für den Kampf gegen die Apartheid weltweit Aufsehen erregten. Durch die finanzielle Unterstützung deutscher Freunde konnte er 1956 in Daveyton eine weitere Kirche bauen. In den nächsten sechzehn Jahren kamen drei weitere hinzu. Erfolgreich widmete er sich in dieser Zeit der Suche nach Berufungen. Im Alter von 69 Jahren ging er nach Moroka zurück und führte seine Arbeit in den Gemeinden fort.
An seinem 80. Geburtstag erlitt er jedoch einen Schlaganfall, so dass er den aktiven Dienst aufgeben musste. Am 23.Mai 1987 starb er in Johannesburg und ruht dort im West-Park-Friedhof.


Quellen:
Nachruf P. Paulsen, in: Weinberg 88. Jg., 1987, Nr.11, S.6f.