21. Mai

Hl. Bischof Eugen von Mazenod OMI (1782 - 1861)

Charles Joseph Eugene de Mazenod wurde am 1. August 1782 in Aix-en-Provence geboren. Er entstammte einer adligen Familie und sein Vater war Präsident des Rechnungshofes der Provence. Die Familie flüchtete 1791 vor der Französischen Revolution nach Italien. Die Stationen der Flucht waren Nizza, Turin, Venedig Neapel und Palermo. Erst am 11. Oktober 1802 war eine Rückkehr nach Frankreich möglich. Aufgrund der Erschütterung beim Anblick des Kreuzes am Karfreitag des Jahres 1807, trat er im Oktober 1808 in das Priesterseminar von Saint Sulpice in Paris ein. Am 21. Dezember 1811 empfing Eugen von Mazenod in Amiens von Bischof Demandolx die Priesterweihe. Im Oktober 1812 kehrte er in seine Heimatstadt Aix-en-Provence zurück. 1814 erkrankt er schwer an Typhus, wird aber wieder gesund.
Am 25. Januar 1816 gründet er mit Abbe Tempier die „Missionare der Provence“, um in der Gegend Volksmissionen abzuhalten. Im September 1818 schreibt er die erste Regel in St. Laurent du Verdon. Am 6. Juli 1823 wird Eugen von Mazenod Generalvikar von Marseille, wo sein Onkel Bischof ist. Die Gemeinschaft der „Missionare der Provence“ dehnt sich aus, deshalb will er sie in Rom vom Papst bestätigen lassen. Am 17. Februar 1826 approbiert Papst Leo XII. die Gemeinschaft und gibt ihr den Namen „Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria“ (OMI).
1832 wird Eugen von Mazenod Weihbischof und am 9. April 1837 Diözesanbischof von Marseille. Er erbaute die Kathedrale, das Priesterseminar und die Wallfahrtskirche Notre-Dame-de-la-Garde, gründete in Marseille 20 neue Pfarreien sowie zahlreiche karitative Einrichtungen. Er berief verschiedene Ordensgenossenschaften in seine Diözese.
1840 gehen die Oblaten nach England. Als Generaloberer gründete er auch die Oblatenmissionen in Kanada (1841), den USA (1853), in Ceylon (1847) und Natal / Südafrika (1850).
Am 21. Mai 1861 stirbt Eugen von Mazenod nach schwerer Krankheit in Marseille.
Am 19. Oktober 1975 wurde er von Papst Paul VI. seliggesprochen. Die Heiligsprechung erfolgte am 3. Dezember 1995 durch Papst Johannes Paul II..


Quellen:
R. Boudens, J. Katzer, Eugen von Mazenod. Leben für eine missionarische Kirche (Mainz 1995).
R. Boudens, Ritter Christi (Würzburg 1954).

21. Mai

P. Alexandre Guillaume OMI (1871 – 1951)

Der Höhepunkt im Leben eines Oblaten ist seine Oblation, der Tag, an dem er verspricht, sein ganzes Leben für Christus und die Kirche hinzugeben. Oblation leitet sich aus der lateinischen Sprache ab und man könnte es mit Hingabe übersetzen.
Kaum ein anderer Oblate hat die Bedeutung dieser Oblation besser und intuitiver verstanden als P. Alexandre Guillaume. Dieser französische Oblate, der später als Missionar auf Sri Lanka wirkte und dort am 21. Mai, dem Todestag des Stifters Eugen von Mazenod, im Jahre 1951 verstarb, beschrieb in seinem geistlichen Tagebuch sehr treffend den Inhalt der Oblation: „Ich wünsche mir, ein Ordensmann (un religieux) in der tiefsten Bedeutung dieses Begriffes zu sein und ich wünsche mir, ein Oblate in der tiefsten Bedeutung dieses Begriffes zu sein. Daher möchte ich danach streben, jeden Tag und in jedem Moment Opfer zu sein.“
P. Claude V. Lawrence OMI, der den geistlichen Nachlass des in Sri Lanka als heiligmäßig geltenden Missionars sorgfältig studiert hat, gibt Zeugnis, dass diese Hingabebereitschaft im Alltag von P. Guillaume ihren ständigen Ausdruck fand. Bei seiner Priesterweihe vertiefte P. Alexandre den Stiftergedanken über Jesus Christus, der Priester und Opfer zugleich sei.
P. Alexandre Guillaume, dem schon am zweiten Tage seines Noviziates die Bedeutung der Oblation ins Herz gedrungen war, ist ein Vorbild des Oblatencharismas, eines Charismas der Lebenshingabe an Jesus Christus. Dieses Charisma ist nicht auf eine Zeit und auch nicht auf die Ordensleute beschränkt, sondern es ist gültig für jeden Christen.


Quellen:
P. Emilien Lamirande, The Spirit of Oblation in: Selected Oblate Studies and Text, Vol I, Rome 1986, S. 97.

21. Mai

Gründung der Mitteleuropäischen Provinz (2007)

In den Provinznachrichten vom 25. November 2005 wird zum ersten Mal über ein Zusammentreffen des deutschen Provinzrates mit Vertretern des Rates der Generaldelegatur Österreich-Tschechien informiert. Es wurde dabei anfangs eine Kooperation mit der deutschen Provinz angestrebt, die gemäß dem Wunsch der Generalverwaltung innerhalb weniger Monate abgeschlossen sein sollte. Vorausgegangen war die Forderung des Generalkapitels, einen neuen Geist der „Internationalität“ zu schaffen und die westeuropäischen Provinzen neu zu ordnen.
Schnell wurde das Konzept einer völlig neuen Ordensprovinz, die Österreich, Tschechien und Deutschland umfasst, in Betracht gezogen. Die Verhandlungen dazu führten die höheren Oberen der Provinzen, P. Provinzial Dr. Thomas Klosterkamp und P. Delegatursuperior Karl Zaiser, sowie ein weiteres Kommissionsmitglied für jede Provinz. Sie erarbeiteten in den folgenden Monaten einen Arbeitstext zu den Statuten der neuen Provinz.
Im Oktober 2006 waren die Mitbrüder aus Deutschland, Österreich und Tschechien eingeladen, um gemeinsam über die neu entstandenen Statuten zu beraten. Die über 60 Oblaten beschlossen u. a. den Namen der neuen Provinz. In Zukunft soll die neu entstehende Einheit „Mitteleuropäische Ordensprovinz der Oblaten M. I.“ heißen. Wieder folgte eine Überarbeitung der Statuten und eine Prüfung durch die Generalleitung. Die Wahlen zum Provinzial und dessen Rat wurden eingeleitet.
Nach der Bestätigung aus Rom konnte der Tag für den Gründungsakt festgesetzt werden: Am 21. Mai 2007, am Fest des Hl. Eugen von Mazenod, sollte die neue Mitteleuropäische Provinz in Hünfeld gegründet werden. Außer dem Generaloberen P. Wilhelm Steckling kamen dazu der hiesige Ortsbischof Heinz-Josef Algermissen sowie Vertreter staatlicher Institutionen, vor allem aber die „Oblatenfamilie“ der neuen Provinz. Im Hochamt ernannte P. General neben dem neuen Provinzial P. Dr. Klosterkamp auch die Räte, P. Obergfell, P. Hohn, Br. Hubig P. Vogt sowie den Provinzvikar für Österreich, P. Hofer, und den Provinzvikar für Tschechien, P. Sedlon. Nach der Hl. Messe folgte ein gemeinsames Mittagessen und der Festakt zur Gründung, in dem P. Krasenbrink über die Geschichte der vergangenen beiden Provinzen und P. Klosterkamp über die Zukunft der Mitteleuropäischen Provinz sprach.
Mehr als 150 Oblaten, Assoziierte und Wohltäter begingen gemeinsam diesen Tag, an dem mit viel Hoffnung und Gottvertrauen auf den weiteren Weg, der auch von Herausforderungen geprägt sein wird, geblickt wurde.


Quellen:
Klosterkamp, Thomas: Nachrichten der deutschen Provinz, Vorwort, Nr. 224 (14), 2005.