11. Mai

P. Vincent L’Hénoret OMI (1921 - 11.05.1961)

Vincent L’Hénoret wurde in Finistère / Bretagne geboren und trat 1940 in das Noviziat in Pontmain ein. Von dort kam er in das Scholastikat La Brosse-Montceaux. Er wurde dort zusammen mit den anderen Kommunitätsmitgliedern Zeuge der Erschießung von 5 Oblaten am 24. Juli 1944, die für den französischen Widerstand Waffen versteckt hatten. Zusammen mit seinen Mitbrüdern wurde er in das Kriegsgefangenenlager nach Compiègne deportiert. Er konnte aber sein Studium fortsetzen und 1946 seine Priesterweihe empfangen. Im folgenden Jahr ging er in die Mission nach Laos. In der ersten Zeit wirkte er im Distrikt von Paksane. Er war ein aufmerksamer Priester, ein wenig streng, aber doch von den laotischen Christen gemocht. Im November 1957 musste er den Mekong verlassen und wurde in den Bezirk von Xieng-Khouang, in die Nähe der Stadt Ban-Ban versetzt. Ban-Ban liegt an der Straße nach Vietnam. In der Stadt selber waren nur wenige Christen. Aber um die Stadt lagen einige Dörfer der siamesischen Deng Flüchtlinge, unter denen es viele Christen gab. Die Missionsrarbeit war dort nicht einfach. Am Ende des Jahres 1960 hatten die Kommunisten die „Pathet Lao“ die ganze Region um Sam-Neua, unter ihre Kontrolle gebracht. Um seine Missions-Stationen zu besuchen, musste Pater L’Hénoret jeder Zeit einen Pass und eine Behördengenehmigung bei sich haben. Diese wurde jedoch ohne große Mühe gegeben. P. Vincent hatte am Anfang etwas Furcht, doch klappte die Zusammenarbeit mit den Behörden später gut.
Am Mittwoch, 10. Mai 1961, bat P. Vincent die Behörden um eine Genehmigung, um am nächsten Tag, es war Christi Himmelfahrt, in einer Ban-Ban die hl. Messe zu feiern. Er hoffte am folgenden Tag zurückzukommen. Am Morgen des 11. Mai fuhr er mit dem Fahrrad Richtung Ban-Ban. Er war noch einige Kilometer von seinem Ziel entfernt, als er durch Soldaten des Pathet Lao angehalten wurde, seine Papiere zu zeigen. Nachdem alles in Ordnung schien, fuhr P. L’Hénoret mit dem Fahrrad weiter. Kurz darauf fielen Schüsse und P. L’Hénoret war tödlich getroffen. Später fand man den Leichnam P. L’Hénoret und begrub ihn auf der Missions-Station.


Quellen:
Oblaten am Mekong, Oblate Heritage 14.
Weinberg Jahrgang 64, S. 290.