1. Mai

P. Mario Borzaga OMI (1932 – 1960)

P. Mario Borzaga OMI wurde am 27. August 1932 in Trient geboren. Mit 19 Jahren trat er in das Seminar seiner Geburtstadt ein. Ein Jahr später entschied er sich Missionar und Oblate zu werden. Im November 1952 trat er ins Noviziat der Oblaten in Ripalimosani ein und am 21. November 1953 legte er seine ersten Gelübde ab. Er wurde nach San Giorgio Canavese (in der Nähe des Turins) geschickt, um seine theologischen Studien zu beenden. 1956 legte er seine Ewige Profess ab und am 24. Februar 1957 wurde er zum Priester geweiht.
Seinem Wunsch entsprechend wurde P. Borzaga mit den ersten italienischen Oblaten in die Mission nach Laos geschickt. Er ist dort im November 1957 angekommen und verbrachte das erste Jahr in Paksane mit dem Studium der Sprache und lernte das Leben in der Mission kennen. Im November 1958 schloss er sich seinen Mitbrüdern an, die schon im Gebiet von Louang-Prabang arbeiteten und wurde bald für die Missionsstation Kiu-Kacham, ein kleines Hmong-Dorf, bestimmt. Es lag an P. Borzaga die Gemeinschaft zu formen und zu entwickeln und er trug dafür die volle Verantwortung während des Jahres 1959 nach der Abreise der französischen Mitbrüder. Katechese, Hinführung der Leute zum Gebet, Familienbesuche, Aufnahme der Kranken, die täglich zu der kleinen Apotheke der Mission kamen; dafür setzte P. Borzaga seine Zeit und Kraft ein. Er hatte auch den Plan, sein Wirken weiter auszudehnen auf die, die das Evangelium noch nicht erreicht hatte.
Am 25. April 1960 brach er mit seinem jungen Katechisten Shiong zu einer seiner zahlreichen Missionsreisen auf: Katechumenen und Kranke erwarteten sie. Sein Plan war, einige Dörfer in demselben Gebiet zu besuchen und zum Westen durch das Mekong-Tal nach Loung-Prabang zurückzukommen. Aber dieses Mal war es ein Weg ohne Rückkehr. P. Borzaga und sein Katechet wurden nie wieder gesehen. Die später unternommene Suche, als sein Verschwinden offensichtlich wurde, erbrachte nichts. Die Leichname wurden nie gefunden.
P. Mario Borzaga war ein strenger Ordensmann und insbesondere ein Missionar voller Eifer. In seinen Notizen „Tagebuch eines glücklichen Menschen“, die er im Herbst 1956 zu schreiben begann, zeigt sich seine Einfachheit als Priester und Mensch, der nach Heiligkeit und dem Martyrium strebt.


Quellen: 
Lucia Borzaga, Oblate Heritage 4. P. Mario Borzaga OMI. 1932-1960, Rome 1992.
Pierre Chevroulet OMI, Oblate Heritage 14. Oblates along the Mekong, Rome 1998, S. 16-19.