7. März

Erzbischof Émile Grouard OMI (1840 - 1931)

Émile Grouard wurde am 2. Februar 1840 in Brûlon in der Diözese Le Mans geboren. Er folgte dem Wunsch seiner Eltern und studierte im Seminar von Le Mans, um Priester zu werden. Dort erlebte er den Besuch von Msgr. Grandin OMI und dessen Berichte aus der Eismission, woraufhin er den Bischof bat, ihn nach Kanada begleiten zu dürfen. So kam er im April 1860 nach Kanada, wo er im Seminar von Québec sein Studium beendete, bevor er am 03. Mai 1862 von Bischof Taché OMI die Priesterweihe empfing. Bereits am folgenden Tag brach er auf nach Saint-Boniface, um dort sein Noviziat zu beginnen und schließlich legte er am 21. November 1863 seine ewigen Gelübde ab.
Bereits während seines Noviziats hat er Missionsreisen unternommen, aber nun beginnt sein eigentliches missionarisches Wirken. Er arbeitet zunächst von Fort Chipewyan, später von Fort Providence aus. Er unternimmt lange Missionsreisen, größtenteils zu Fuß, und legt auf diese Weise beinahe 8.000 km im Jahr zurück. Von den Inuit wird er sehr geschätzt, da er ihnen beisteht, wo es nur möglich ist, vor allem in Krankheit und Hungersnot. Im Jahr 1872 wird er ernstlich krank, er ist erschöpft von den übermenschlichen Anstrengungen. So kehrt er für einige Jahre nach Frankreich zurück, wo er sich in Paris auskuriert und außerdem die Zeit nutzt, um die Buchdruckerkunst, die Buchbinderei und die Malerei zu erlernen. Nach seiner Rückkehr nach Kanada verziert er einige Kirchen mit seinen Gemälden, übersetzt Teile der Heiligen Schrift und verfasst einige Bücher in fünf verschiedenen einheimischen Sprachen, die er selbst druckt und bindet.
Er wird 1890 zum Apostolischen Vikar von Athabasca-Mackenzie ernannt und am 1. August 1891 von Msgr. Taché OMI zum Bischof geweiht. Auch als Bischof ändert er nichts an seiner Arbeitsweise, nach wie vor reist er unermüdlich, errichtet Missionsstationen, predigt und versucht die Not zu lindern, wo nur möglich. Sein ganzes Leben lang bringt er stets große Opfer, erträgt Leiden und Entbehrungen. Seine Bischofsresidenz erhielt ebenso wie das Vikariat seinen Namen und zu seinem 90. Geburtstag wurde er zum Erzbischof ernannt. Er starb am 07. März 1931 in Grouard/Alberta, wo er auch beerdigt wurde.


Quellen:
Gaston Carrière, Dictionnaire Biographique des OMI au Canada, Bd. 2, Ottawa 1977, S. 116f.
Immaculata, 11. Jahrgang 1931, Nr. 5, S. 102-105.