23. Juni

P. Otto Fuhrmann OMI (1895 - 1925)

Geboren wurde P. Otto Fuhrmann am 19. November 1895 in Niederzissen, in der Nähe des Klosters Maria Laach. Seine Eltern waren sehr gläubig und sehr wohlhabend, da sein Vater Posthalter im Dorf war. P. Fuhrmann wuchs mit fünf Geschwistern auf. Er war so talentiert und begabt, dass er schon mit fünf Jahren in die Volksschule aufgenommen wurde. Obwohl er der jüngste in der Klasse war, war er allen Mitschülern weit voraus. 1907 ging er nach St. Karl auf die Missionsschule. Diese beendete er 1913 und trat am 7. August desselben Jahres in das Noviziat St. Gerlach ein. Am Ende dieses Jahres, stellte ihm sein Novizenmeister P. Creusen folgendes Zeugnis aus: Fr. Otto Fuhrmann war ein ganz einfacher, gerader, lauterer und in jeder Hinsicht vorbildlicher Novize. Früh schon war ungewöhnliche Tiefe in ihm. Am 15. August 1914 legte er seine ersten Gelübde ab und ging nach Hünfeld zum theologischen Studium. Doch bald schon musste die Hochschule nach Maria Engelport verlegt werden, weil das Kloster in Hünfeld als Lazarett genutzt wurde. Am 6. Mai 1915 bekam Fr. Fuhrmann seinen Gestellungsbefehl und musste zum Militär- und Kriegsdienst. Der uns heute als Fliegender Pater bekannte P. Schulte war damals sein bester Freund. P. Schulte schreibt, dass es das ge¬rade Wesen in seinem Glaubens- und Sittenleben war, das ihm zu Frater Fuhrmann hinzog. Am 29. September 1920 weihte Fr. Fuhrmann sein Leben endgültig Gott durch die Ewigen Gelübde und wurde am 2. Juli 1922 durch Bischof Damian von Fulda zusammen mit 15 Mitbrüdern zum Priester geweiht. Ein Jahr später, am 30. September 1923, war P. Fuhrmann zusammen mit den Mitbrüdern P. Jakobi, P. Weilhöfer und Br. Kleemann auf dem Weg nach Südwest-Afrika.
Am 25. Oktober landeten die Missionare mit dem Schiff in Walfischbay / Südwest-Afrika. Um bald in der Seelsorge mitarbeiten zu können, studierte P. Fuhrmann in Windhoek, oft bis in die tiefe Nacht hinein die Sprache der Ovambos. Am 7. Juli 1924 brach er zu seiner ersten Mission auf. Er sollte im Ovamboland, in Ukuambi, eine Missionsstation gründen. Er brauchte für die 450km lange Strecke von Windhoek nach Ukuambi einen Monat. Am 18. Oktober kam P. Bücking, der Rektor der Station. Als P. Bücking am 1. Juni 1925 von einer Missionsreise von Tsumeb kam, fand er seinen Mitbruder P. Fuhrmann von einer Erkältung befallen. Aus der harmlosen Erkältung entwickelte sich eine schwere Lungenentzündung. Als diese geheilt war, erkrankte er an Malaria. Eine Überführung in das Lazarett der evangelischen finnischen Mission nach Onandjokue wurde notwendig. P. Bücking und P. Fuhrmann erreichten das Lazarett am 18. Juni. P. Bücking kehrte sofort wieder auf die Missionsstation zurück, da er dort gebraucht wurde. Doch der Transport hat die Kräfte P. Fuhrmann so geschwächt, dass er sich nicht mehr erholte und am 23. Juni starb. Er wurde auf dem Friedhof der Missionsstation Onandjokue begraben. Am 16. Juli 1930 wurden seine Gebeine durch P. Schulte und P. Bücking nach Ukuambi überführt und auf dem dortigen Oblaten-Friedhof beigesetzt.
Für P. Schulte war der Tod von P. Fuhrmann der Auslöser, die MIVA zu gründen, die Missionare mit Fahrzeugen unterstützt.


Quellen:
Monatsblätter, 1951, S.18, 42, 98: Ein Apostelgrab in SW- Afrika.
P. Paul Schulte, Der Fliegende Pater in Afrika.