22. Juni

Erzbischof Alexandre Taché OMI (1823-1894)

Alexandre Taché wurde in Rivière-du-Loup in der Diözese Quebec (Kanada) am 23. Juli 1823 geboren. Nach seinem Theologiestudium und der Diakonenweihe trat er am 5. Oktober 1844 in das Noviziat der Oblaten in Longueuil ein. Am 24. Juni 1845 wurde er in die Mission an den Roten Fluß gesandt, wo er am 25. August ankam. Er war mit Pater Pierre Aubert einer der zwei ersten Oblaten, die dort hingesandt wurden. Zum Priester geweiht von Bischof Norbert Provencher am 12. Oktober 1845 in St. Boniface, legte er am folgenden Tag die ewigen Gelübde ab.
Er hielt sich von 1846 bis 1851 auf der Île-à-la-Crosse (Saskatchewan) auf, von dort machte er Reisen zum Renntier-See (1847-1851), kam als erster Priester zum Fort Chipewyan, Alberta (1847-1848) und besuchte das Fort Portage-de-Traite am Renntier-See und den La-Ronge-See, Saskatchewan (1847-1851).
Am 24. Juni 1850 wurde er zum Titularbischof von Arath und zum Koadjutor des greisen Bischofs von St. Boniface ernannt. Die Bischofsweihe fand am 23. November 1851 in der Kathedrale von Viviers (Frankreich) durch den Bischof von Marseille Charles-Joseph-Eugène de Mazenod statt. Alexandre Taché blieb bis 1853 Koadjutor und residierte auf der Île-à-la-Crosse . Er setzte seine Besuche bei den Missionen am Renntier-See und beim Fort Chipewyan fort.
Nach dem Tod von Bischof Provencher wurde er am 7. Juni 1853 Bischof von St. Boniface. Er förderte die Entwicklung der Schulen in seiner Diözese, gründete mehrere Missionen und visitierte seine große Diözese. 1859 erhielt er Pater Vital Grandin OMI als seinen Koadjutor. 1862 errichtete er das Apostolische Vikariat Mackenzie und übernahm 1871 die Diözese Saint-Albert (Alberta) als seine Diözese. Alexandre Taché wurde am 22. September 1871 zum Metropolitan-Erzbischof ernannt. Von 1867 bis 1887 bekleidete er das Amt des Provinzials. Er nahm als Bischof am I. Vatikanischen Konzil (1869-1870) teil, musste aber auf Bitte der kanadischen Regierung abreisen, um die Métis zu befrieden. Er kämpfte für die katholischen Schulen und erreichte 1884, daß Internate für Indianer eingerichtet wurden. 1889 berief er das erste Provinzialskonzil in St. Boniface ein. Über den Nordwesten Kanadas sind von ihm einige Werke verfaßt worden. Er verstarb im Alter von 70 Jahren am 22. Juni 1894 in St. Boniface (Manitoba).


Quellen:
G. Carrière, Dictionnaire biographique des Oblats de Marie Immaculée au Canada Tome III. (Ottawa 1979) 210/1.