12. Juni

Seliger P. Joseph Cebula OMI (1902 – 1941)

P. Joseph Cebula OMI wurde am 23. März 1902 in Malnia, heute Diözese Oppeln, geboren. Nach der Grundschule besuchte er Katholische Oberschule in Oppeln (1916-1918). Wegen einer schweren Lungenentzündung und Magenbeschwerden musste er sein Studium unterbrechen. 1920 ging er in das Juniorat der Oblaten in Krotoszyn, wo er seine Gymnasialstudien beendete. Ein Jahr später, am 14. August 1921, begann er in Markowitz sein Noviziat, das er am 15. August 1922 mit den ersten Gelübden beendete. Danach sandte man ihn zum Studium der Philosophie nach Lüttich (Belgien), rief ihn jedoch ein Jahr später nach Polen zurück, wo er in Lublinitz seine philosophischen und theologischen Studien abschloss und in Krobia die ewige Profess am 15. August 1925 ablegte. Am 5. Juni 1927 empfing er in Kattowitz die Priesterweihe.
Schon als Scholastiker war er seit 1923 Lehrer im Juniorat in Lublinitz und dort von 1931 bis 1937 Superior. Am 1. August 1937 wurde er zum Superior und Novizemeister in Markowitz ernannt, wo er den Einmarsch des deutschen Heeres erlebte und wie am 25. Oktober 1939 die Kommunität von Markowitz unter Hausarrest gestellt wurde. Er blieb bis 31. Oktober 1940 Superior der Kommunität, als das Haus aufgelöst und in ein Lager der Hitlerjugend verwandelt wurde. Am
7. Dezember 1939 wurde angeordnet, alle Marienstatuen und christliche Zeichen in der Öffentlichkeit zu zerstören. Er aber hat sich geweigert. Als es Priestern verboten wurde, seelsorglich tätig zu sein, fuhr er fort, spät am Abend im Geheimen die Messe zu feiern. In Verkleidung reiste er umher. Trotz Armeekontrollen besuchte er die Kranken, hielt Trauungen, taufte, spendete das Sakrament der Versöhnung.
Denunziert wegen Spendung der Krankensakramente, wurde er am 2. April 1941 verhaftet und in das Lager Hohensalza (Inowrocław) geschickt. Fünf Tage später am 7. April 1941 wurde er in das berüchtigte Konzentrationslager Mauthausen (Österreich) überführt, wo er am 9. Mai 1941 gegen
9 Uhr morgens getötet wurde.
P. Joseph Cebula hinterließ einen bleibenden Eindruck bei seinen Mitbrüdern und bei den Leuten, mit denen er in Kontakt kam. Er wurde ausgesehen als ein Mann des Gebets, treu in der Erfüllung des Ordenslebens, immer verständnisvoll und freundlich, ein Friedensstifter. Er war ein viel gefragter und gütiger Beichtvater. Er verbrachte die meiste Zeit seines Priesterlebens mit der Ausbildung junger Menschen. Sie kannten ihn als Freund, als Helfer in Not, als jemand, der bei ihnen ausspannte und mit ihnen scherzte; aber er war gleichzeitig ein Mann von Heiligkeit und ein Vorbild des Oblatenlebens.
P. Joseph Cebula wurde am 13. Juni 1999 in Warschau durch den Papst Johannes Paul II selig gesprochen, zusammen mit einer Gruppe von 107 polnischen Märtyrern, die in den Konzentrationslagern der Nazis umkamen. Sein Gedenktag ist der 12. Juni.


Quellen:
James M. FitzPatrick OMI, Oblate Heritage 7. Oblate Witnesses 1831-1997, Rome 1998, S. 44-47.
Józef Pielorz OMI, Collection: Oblate Writings II,6. Blessed Józef Cebula OMI. 1902-1941. Youth educator and martyr because of his priesterhood, Rome 2001.