8. Juni

Bischof Ignace Bourget (1799-1885)

Ignace Bourget wurde am 30. Oktober 1799 in der Gemeinde St. Joseph in Quebec als Sohn eines Bauern geboren. Er war das elfte von dreizehn Kindern. Nach dem erfolgreichen Abschluss seiner Schulzeit in Quebec besuchte er ab dem Jahre 1818 das Priesterseminar von Nicolet. Unmittelbar nach seiner Subdiakonweihe am 20. Mai 1821 wurde er zum Sekretär des Weihbischofs von Montreal, Jean-Jacques Lartigue, ernannt, der großes Vertrauen in ihn setzte. Am 30. November 1822 wurde er zum Priester geweiht.
Nach seiner Ernennung zum Bischof von Montreal bestand Bischof Lartigue darauf, dass Ignace Bourget sein Nachfolger werde. Am 10. März 1837 wurde Ignace Bourget von Papst Gregor XVI. zum Koadjutor ernannt mit dem Recht der Nachfolge. Am 25. Juli 1837 empfing er in der Kathedrale von St. James die Bischofsweihe. In den folgenden Jahren besuchte er viele Teile der Diözese. Die Diözese Montreal besaß im Jahre 1840 insgesamt 79 Pfarreien, 34 Missionen und 4 Indianermissionen.
Schon kurz nach der Übernahme der Bistumsleitung bemühte sich Bischof Bourget europäische Ordensleute in seine Diözese zu holen. So begannen im Jahre 1841 die Oblaten dort ihre Arbeit. Die Oblaten waren mit dem Predigen von Gemeindemissionen, aber auch mit der Evangelisation der Indianer vertraut. In einem Brief an den hl. Eugen vom 19. Oktober 1843 freut sich P. Honorat OMI, dass Bischof Bourget alle wichtigen Aufgaben den Oblaten und keiner anderen Gemeinschaft anvertrauen möchte. Die Jesuiten seien nur in einigen Pfarreien eingesetzt, während die Oblaten Missionen in Stadt und Land predigen dürfen und sollen.
Bischof Bourget verfolgte die Arbeit der Oblaten sehr genau, war ihnen wie ein guter Vater, zögerte aber auch nicht die Missionare zu ermahnen. Daher hielt er auch zu Bischof von Mazenod Kontakt, dem er einmal mitteilte, dass ein Wort von ihm an seine Missionare mehr gelte als hundert von Bischof Bourget selber. Über solche Briefe freute sich der hl. Eugen und machte sogar einen langen Eintrag in seinem Tagebuch über einen achtseitigen Brief, den er im Jahre 1843 von Bischof Bourget erhielt: Er habe den Brief tiefbewegt, mit Verwunderung und Dankbarkeit gelesen. Bischof Bourget kenne die Umstände und auch die Probleme in seiner Diözese sehr gut. Er antwortete auf den Brief und begann mit den Worten: „Ich verneige mich vor dem Herz, das diesen Brief diktierte. Nein, Exzellenz, ich werde nicht die Worte finden können, Ihnen zu beschreiben, wie er mich bewegte und meine Verwunderung und Dankbarkeit hervorrief.“
Aufgrund der guten Zusammenarbeit zwischen Bischof Bourget und den Oblaten konnten diese in Kanada schnell Fuß fassen. Unter ihm ließen sich in Montreal viele Ordensgemeinschaften nieder und wurden viele neue Pfarreien gegründet, die rasch wuchsen. In vielen Hirtenbriefen bekämpfte er das Problem der Alkoholsucht und des ausgelassenen Lebens, sowie den Verlust des Glaubens in den höheren Gesellschaftsschichten.
Im Jahre 1876 trat er seinen Ruhestand in Sault-au-Récollet an, wo er am 8. Juni 1885 starb. Er wurde in der Kathedrale von Montreal beigesetzt.


Quellen:
Historical Dictionary of the Missionary Oblates of Mary Immaculate, Bd. II, 71ff.