21. Juli

P. Provinzial Johannes Brass OMI (1910 - 1978)

Pater Johannes Brass wurde am 28. Dezember 1910 in Damm Krs. Grevenbroich geboren. Mit 8 Geschwistern wuchs er in einer frommen christlichen Bäckerfamilie auf. Im nahen Nikolauskloster lernte er als eifriger Messdiener die Oblaten kennen und entschloß sich schon früh, in ihre Gemeinschaft einzutreten. Seine Gymnasialstudien absolvierte er ab seinem 13. Lebensjahr in Burlo und St. Karl bei Valkenburg/Holland. Nach dem Noviziat in Maria Engelport bei Treis/Mosel machte er seine ersten Gelübde am 25. April 1931. Er begann dann sein Hochschulstudium in Hünfeld, wo er am 5. April 1936 zum Priester geweiht wurde.
Ein Jahr darauf begann er seine Ausbildung als Volksmissionar in Essen-Borbeck. Sein ausgezeichnetes Gedächtnis, seine kräftige melodische Stimme und seine große Kontaktfähigkeit zu Menschen aller Schichten waren beste Voraussetzungen für diese Aufgabe. 1940 wurde er auf den Allerheiligenberg in Lahnstein versetzt, von wo er im selben Jahr als Sanitätssoldat nach Bad Kreuznach eingezogen wurde. Nach der Landung der Alliierten geriet er schon bald in Kriegsgefangenschaft. Nach Kriegsende war er noch Kriegsgefangener bis zum 31. Oktober 1948, blieb aber freiwillig als Zivilist Seelsorger der Kriegsgefangenen in Frankreich. Schließlich wurde er zum obersten deutschen Seelsorger der Kriegsgefangenen ernannt. Pater Brass machte sich mit Abbé Stock und Abbé Le Meur auch um das Kriegsgefangenen-Priesterseminar in Chartres verdient. Am 15. März 1950 wurde er aus Frankreich ausgewiesen, weil er Mißstände in den Gefangenenlagern aufdeckte.
Er kehrte auf den Allerheiligenberg zurück und wurde dort im Juni 1951 zum Superior ernannt. Bald darauf übernahm er die Schriftleitung des Predigtwerkes „Gottes Wort im Kirchenjahr“. Doch schon am 20. November 1952 wurde er Provinzial der Deutschen Ordensprovinz und siedelte nach Hünfeld über. In 9 Jahren hat er sich große Verdienste erworben. In Hünfeld ließ er die Brüderschule und das Brüdernoviziat errichten. Er gründete 1953 die „Baukolonne“, die in seiner Amtszeit die Erneuerung und Erweiterung der Schulen und Internate in Burlo und Schiefbahn durchführte und am 21. September 1960 in Mainz den Grundstein zum neuen Provinzialat mit Provinzprokur, Verlag und Redaktion des Weinbergs, Verwaltung des MMV und Missionsprokur legte. Pater Brass gründete das Konvikt in Kulmbach, ließ das Volksmissionarshaus in München bauen und erwarb das Raphaelheim in Berlin. Mit der Gründung eines Internates für Schüler des zweiten Bildungsweges im Nikolauskloster traf er eine weitsichtige Entscheidung für die Zukunft. Er tat viel für die Ausbildung des Ordensnachwuchses.
Nach seiner Ablösung im Oktober1961 schickte ihn P. General als Generalvisitator nach Süd-West-Afrika. Von 1962-1968 leitete er als Superior das Spätberufenen-Internat im Nikolauskloster. Er wirkte dann als Hausgeistlicher in Junkersdorf bei Köln und seit März 1975 als geistlicher Rektor im Herz-Jesu-Haus Kühr bei Niederfell/Mosel.
Als er auf dem Allerheiligenberg seine Ferien verbrachte, bekam er einen Herzinfarkt, woran er wenige Stunden später am Morgen des 21. Juli 1978 verstarb. Er wurde am 25. Juli auf dem Oblatenfriedhof des Nikolausklosters beigesetzt.


Quellen:
OMI Nachruf P. Brass, verfasst von Hermann Lembeck OMI.
Th. Kroiß, Das Ausbreiten und Wirken der Missionare Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria in Deutschland 1895-1995, 1995, S. 149.