12. Juli

Bischof Walter Vervoort OMI (1899 – 1979)

Bischof Vervoort war am 22. Juni 1899 in Essen-Rüttenscheid geboren und ging in das Juniorat der Oblaten nach St. Karl in Valkenburg, Holland. Unterbrochen durch den Wehrdienst im Ersten Weltkrieg, kam er 1919 aus der Kriegsgefangenschaft heim und machte in St. Karl das Abitur. Am 7. Juni 1920 trat er in das Noviziat der Oblaten in Maria Engelport ein. Im Bonifatiuskloster zu Hünfeld studierte er Philosophie und Theologie und wurde am 4. Juli 1926 zum Priester geweiht. Im darauf folgenden Jahr erhielt er die Sendung in das damals zu Bo1ivien gehörige Missionsgebiet im Gran Chaco, dessen Leitung ihm bereits 1929 übertragen wurde. Drei Jahre später erfolgte seine Ernennung zum Apostolischen Präfekten. Im Jahre 1950 wurde das Missionsgebiet zum Apostolischen Vikariat erhoben und Pater Vervoort erhielt am 10. September 1950 in Asunción die Weihe zum Bischof mit Sitz in Mariscal-Estigarribia.
Entgegen den Warnungen der Ärzte, die den jungen Missionar bei seiner Ausreise für gesundheitlich allzu anfällig erklärten, um in einer solchen Situation arbeiten zu können, hat Bischof Walter Vervoort die Chaco-Mission mit großer Zähigkeit und von großem Gottvertrauen getragenen persönlichern Einsatz durch die schwierige Aufbauphase hindurchgeführt und ihr Aufblühen miterlebt. Die Zeichen der Leiden und Entbehrungen haben sich ihm tief eingeprägt. Im Jahre 1963 nach 35jähriger Tätigkeit unter zumeist außerordentlich schwierigen Bedingungen machte sein Gesundheitszustand die Ablösung von seinem Amt und die Rückkehr nach Deutschland notwendig. Seitdem lebte er im St. Anna-Haus der Schwestern von der Göttlichen Vorsehung zu Waldbreitbach, Westerwald. Er starb am 12. Juli 1979 im Alter von 80 Jahren in Zell a. d. Mosel und ist auf dem Klosterfriedhof in Maria Engelport begraben.

Quelle:
Nachruf Bischof Vervoort.

12. Juli

P. Pierre Parisot OMI (1827-1903)

Pierre Fourrier Parisot wurde am 20. Mai 1827 in Ambacourt (Frankreich) in der Diözese Saint-Dié geboren. Er studierte nach dem erfolgreichen Abschluss seiner Schulzeit zunächst ein Jahr Philosophie im dortigen Priesterseminar, bevor er im Februar 1850 sein Noviziat bei den Oblaten begann. Genau ein Jahr später, am 26. Februar 1851 legte er seine ersten Gelübde in Notre-Dame de l’Osier ab.
P. Parisot wurde von seinem Novizenmeister P. Jacques Santoni OMI als ein ausgezeichneter Novize bewertet. P. Santoni notierte über ihn: „echt tugendhaft, guter Charakter, ein wenig beleibt (oder gewinnbringend???), militärisch (oder: leidenschaftlich???); gutes Urteilsvermögen“.
Bei seinen Mitbrüdern im Scholastikat war er durch seine Begeisterungsfähigkeit, seinen Mut, seine Hingabe und seine Heiterkeit beliebt. Bereits im Jahre 1852 hatte er sein Theologiestudium beendet und wurde am 15. Februar desselben Jahres von Bischof von Mazenod zum Priester geweiht.
Unmittelbar danach brach er mit sechs weiteren Mitbrüdern nach Texas auf. Über seine verschiedenen Einsatzorte wissen wir heute nichts Genaues. Zunächst war er ab 1855 zwei Jahre Professor für Griechisch, Latein und Mathematik an einer Schule Galveston. Die Zeit davor nutze er um für diese neue Schule, deren Leiter er wurde, in Osttexas und Louisiana Werbung zu machen.
Von 1857 bis 1895 war er vermutlich Seelsorger für die englischsprachigen Einwohner in Brownsville, wirkte aber trotzdem 1859/60 an Missionen im Golf von Mexico mit. Ebenso hat er vermutlich von 1863-1865 in Bagdad (Arizona) gewirkt.
In den Jahren 1861-1865 hatten die Missionare unter den Sezessionskriegen und der damit verbundenen Armut und den Gefahren zu leiden. Aber auch in dieser Zeit profitierte P. Parisot von seinem Mut und seinem Eifer. So bemühte er sich im Jahre 1867 um die Befreiung von drei Patres, die in Matamoros gefangen genommen worden waren.
Im Jahre 1880 war P. Parisot als zweiter Bischof für das 1875 gegründete apostolische Vikariat Brownsville im Gespräch. Der damalige Generaloberer, P. Fabre, wandte jedoch ein, P. Parisot habe nicht die erforderlichen Vorraussetzungen für diese Position.
Über sein weiteres Wirken ist nicht mehr viel bekannt. Im Jahre 1895 verbrachte er ein wenig Zeit in Buffalo und wurde dann nach San Antonio versetzt. Dort starb er am 12. Juli 1903.
P. Parisot ist zu verdanken, dass die Texasmission nicht aufgegeben wurde, nachdem die Generalverwaltung Bemühungen dazu in den Jahren von 1861 bis 1863 machte. Im Jahre 1887 nahm er als Delegat der Provinz der USA am Generalkapitel teil.
An seinem goldenen Priesterjubiläum wurde er für die gute Arbeit, die er in Texas tat, gewürdigt. Er habe überall die katholische Glaubenserziehung gefördert. Er war Gründer der Universität in Galveston, ebenso gründete er das Saint Joseph’s College in Rio Grande, was über viele Jahre die wichtigste Schule dort blieb.


Quellen:
Historical Dictionary of the Missionary Oblates of Mary Immaculate, Bd. II, 508ff.


12. Juli

Bischof Charles de Forbin-Janson (1785-1844)

Charles de Forbin-Janson wurde als Sohn eines Grafen am 3. November 1785 in Paris geboren. Die Möglichkeit einer glänzenden politischen Karriere schlug er aus und trat 1808 – im selben Jahr wie der Stifter - in das Seminar von St. Sulpice ein. Nach seiner Priesterweihe im Jahr 1811 wurde er Generalvikar der Diözese Chambéry. Wie Eugen hatte Charles de Forbin-Janson einen großen Missionseifer. Mit seinem Freund Abbè de Rauzan gründete er 1814 die Kongregation der Missionare Frankreichs und widmete sich den Volksmissionen. Abbè de Forbin-Janson lud auch Eugen ein, sich seiner Kongregation anzuschließen. Dieser lehnte jedoch ab, um weiterhin ganz für die Menschen in der Provence tätig zu sein.
1823 wurde Charles de Forbin-Janson zum Bischof von Nancy ernannt. Wegen eines Konfliktes mit der Regierung musste er jedoch im Jahr 1830 sein Heimatland verlassen. Auch außerhalb Frankreichs wirkte er unermüdlich für die Mission. Er unterstützte Pauline Jaricot bei der Gründung des Werkes der Glaubensverbreitung. Auf Anfrage einiger amerikanischer Bischöfe sandte ihn Papst Gregor XVI. nach Amerika, wo er in den USA und Kanada Volksmissionen predigte und Exerzitien für den Klerus gab. Bei seiner Rückkehr aus Amerika ernannte ihn der Papst in Anerkennung seiner Verdienste zum Päpstlichen Thronassistenten. Nach seiner Rückkehr nach Frankreich im Jahr 1843 gründete er das Werk der heiligen Kindheit, heute das Päpstliche Kindermissionswerk. Er starb unerwartet am 12. Juli 1844 mit nur 59 Jahren. Mit ihm starb ein Bischof, der sein ganzes Leben unermüdlich für die Kirche und die Mission gearbeitet hatte. Mit unserem Stifter verbanden ihn nicht nur die adlige Abstammung, die gemeinsame Seminarzeit und ein großer Missionseifer, sondern auch eine tiefe Freundschaft, was sich in ihrer breiten Korrespondenz widerspiegelt.


Quellen:
Dictionnaire historique de Missionnaires Oblats de Marie Immaculée, Bd. 1, Rom 2004, S. 274f.
Briefe, Bd. 6, Nr. 1, 2, 5, 8, 9, 13, 14.


12. Juli

P. Toussaint Rambert OMI (1828-1889)

Toussaint Rambert wurde am 8. Juli 1828 in Marseille geboren. Als er 1846 das Noviziat beginnen wollte, wurde er aufgrund seines jugendlichen Alters zunächst ins Juniorat nach N.-D. de Lumières geschickt. Trotz einiger Bedenken, auch seitens des Stifters, bezüglich seiner charakterlichen Eignung, konnte er ein Jahr später sein Noviziat in N.-D. de l’Osier beginnen und am 1. November 1848 die Gelübde ablegen. Sein außergewöhnliches Talent, sein ordentliches Verhalten und die Liebe zu seiner Berufung wogen bei der Zulassung schwerer als die Zweifel am Charakter.
Nach Abschluss seiner theologischen Studien empfing er im Jahre 1852 aus den Händen des Stifters die Priesterweihe. Von charakterlichen Fehlern oder fehlendem Ordensgeist ist in der Folge keine Rede mehr. P. Rambert OMI ist Zeit seines Lebens in der Ausbildung tätig. Als Professor für die Heilige Schrift, Dogmatik, Moraltheologie und Kanonisches Recht, als Novizenmeister, als Superior des Scholastikates in Autun und als Superior des Seminars in Fréjus. Geschätzt wurden seine Intelligenz, die Vielfalt seiner Fähigkeiten und sein Talent als Ratgeber. Neben diesen Tätigkeiten predigte er mit großem Erfolg vor allem Exerzitien für Oblaten und andere Ordensleute, aber auch Missionen. Seine Worte waren so überzeugend, weil man in ihnen seinen Eifer und seine Verehrung für die Kongregation spüren konnte und weil es ihm gelang tiefe Gedanken in einfache Worte zu fassen.
Seine große Bedeutung für die Kongregation rührt daher, dass er die erste Biographie unseres Stifters verfasst hat. Im Jahr 1875 bat ihn der Generalobere P. Fabre OMI, eine Biographie Eugen von Mazenods zu verfassen. Zwei Jahre später hat er bereits 2.000 Seiten an Material gesammelt und 1883 kündigen die Missions O.M.I. die Veröffentlichung der Biographie in zwei Bänden mit insgesamt etwa 1.520 Seiten an. Die Biographie von Rambert dient auch heute noch als Quelle vor allem für die Briefe Eugens, die dort zitiert werden, aber nicht mehr erhalten sind. P. Toussaint Rambert OMI starb am 12. Juli 1889 nach einigen Tagen der Krankheit an einem bösartigen Fieber.


Quellen:
Toussaint Rambert: Vie de Monseigneur Charles-Joseph-Eugène de Mazenod, 2 Bd., Tours 1883.
Dictionnaire Historique des Missionaires Oblats de Marie Immaculée, Bd. I, Rom 2004, S. 608-611.
Émilien Lamirande: Esprit d’oblation, in: Etudes Oblates, 15 (1956), S. 323-355.