19. Januar

Fr. François Marie Camper OMI (1835 – 1856)

Ein junger Scholastiker, verstorben kurz nach seinem 21. Geburtstag, gibt Zeugnis von der geistlichen Atmosphäre in den Ausbildungshäusern der Oblaten zu Lebzeiten des Stifters.
Geboren wurde François Marie Camper am 13. Januar 1835 in Josselin in der Bretagne. Während des Theologiestudiums entschied er sich, Oblate zu werden. In einem Brief nannte er die Verehrung der Jungfrau Maria, die von den Mitgliedern gelebte totale Selbstaufgabe und die Möglichkeit der Auslandsmission als Gründe für seinen Schritt. Er begann am 31. Oktober 1853 sein Noviziat und legte am 1. November 1854 mit der Oblationsnummer 375 seine Gelübde ab. Von seinen Oberen wurde er als außergewöhnlicher Charakter bezeichnet.
Er beginnt sein Studium in Montolivet bei Marseille. Auch hier fällt er durch seinen hervorragenden Charakter auf. Der Moderator des Scholastikates nannte ihn sogar einen Heiligen. Im September 1855 erkrankt Fr. François an Tuberkulose, der er am 19. Januar 1856 erlag.
Briefe und Notizen bezeugen sein tiefes Verständnis der Oblatio – lat. für Hingabe:
„Ich habe ein starkes Verlangen mein Leben in jedem Einzelfall und unter allen Umständen dem Leben Christi, dem Opfer auf dem Kalvarienberg und im allerheiligsten Sakrament, gleichzugestalten. Oblate zu sein bedeutet Opfer zu sein.“
Fr. Camper legt in seinen Schriften eine starke Verehrung zur Gottesmutter an den Tag. Obwohl Fr. Camper nie zum Priester geweiht wurde, reflektierte er über die Bedeutung der Weihesakramentes:
„Die einzige Aufgabe von einem, der das Priesteramt anstrebt, ist es, unsern Herrn kennenzulernen und ihn zu lieben, um zu werden wie er. [...] Ich habe das Priesteramt vor allem in seiner Beziehung zur Eucharistie zu verstehen. Als ein Opfer ist die Eucharistie die Fortsetzung des Kreuzesopfers. Das Opfer ist dasselbe und der, der opfert, ist derselbe. Die Früchte, die Wirkungen und sogar die Würde und der Wert sind dieselben. [..] Bei jeder Kommunion möchte ich mich selbst total meinem Jesus geben, ohne Bedingungen, für immer.“
Frater François Marie Camper gibt so ein eindrucksvolles Zeugnis des oblatischen Charismas.


Quellen:
P. Emilien Lamirande OMI, Esprit d’oblation – approche historique, in: Etudes Oblates, 1956, S. 328-330.
P. Yvon Beaudoin OMI, Fr. François Marie Camper OMI in: Dictionnaire Historique des Missionnaires Oblats de Marie Immaculée Vol I, S. 158-159.