15. Januar

Die erste Gründung - Aix im Jahre 1816

Schon im Oktober 1815 hatte sich Eugen von Mazenod zur Gründung einer Missionsgesellschaft in der Provence entschieden. Die dafür vorgesehenen Priester sollten alle in der Diözese bleiben. Aufgrund der vorangegangen revolutionären Zeiten und des daraus resultierenden Priestermangels war dies beruhigend für die Vikare des Bistums von Aix, sodass sie weiter zum Dienst zur Verfügung standen.
Einigen Diözesanpriestern schrieb Abbé de Mazenod Briefe, um sie für das Projekt einer missionarischen Gemeinschaft der Provence zu gewinnen.
Nachdem viele Adressaten ablehnten oder dem Stifter zu eigensinnig waren, um für seine Gründung geeignet zu sein, rang sich Jean Icard, der eigentlich allein Missionen in der Provence predigen wollte, durch, der Gemeinschaft beizutreten. Auch Pierre Nolasque Mie entschied sich für die Missionarsgesellschaft.
Allein Abbé Tempier antwortete mit sofortiger und voller Zustimmung, musste jedoch auf Einverständnis der Diözensanvikare warten. Sein erstes Gesuch blieb wirkungslos, da nur Versprechungen für eine ferne Zukunft gemacht wurden. Tempier entschloss sich daraufhin, nach Weihnachten 1815 nach Aix abzureisen und nicht mehr nach Arles zurückzukehren. Damit gelang es ihm, den Generalvikar unter Druck zu setzen. Am 27. Dezember besuchten Tempier und de Mazenod nocheinmal den erzbischöflichen Palast. Nun wurde kein Wort des Tadels über Tempiers Weggang von Arles ausgesprochen. Sein Weg bei den Missionaren war frei.
Am 16. Januar 1816 zogen Eugen de Mazenod, Henry Tempier und Jean Icard in den ehemaligen Karmel von Aix, der von Eugen erworben worden war. Im Februar 1816 kamen noch Pierre Nolasque Mie und Sébastien Deblieu dazu. Damit war die erste Kommunität der Missionare der Provence, die zu dieser Zeit noch Weltkleriker waren, gegründet.


Quellen:
Scharsch, Simon, Geschichte der Kongregation der Oblaten Band I, Seiten 30ff.
Leflon, Jean, Eugene de Mazenod Band II a, Seiten 44ff.

15. Januar

Bruder François Petrus Bernard OMI (1827-1889)

François Bernard wurde 1827 in Saint-Damian in der Diözese Grenoble geboren. Bis zu seinem 18. Lebensjahr zeichnete er sich nicht durch eine besonders starke Frömmigkeit aus. Daher ist es wohl auf die Vorsehung zurückzuführen, dass er sich gerade von einer Predigt über die Arbeit der Missionare ansprechen ließ und plötzlich seine Berufung darin sah, Nicht-Christen im katholischen Glauben zu unterrichten. Nachdem er von den Oblaten eine positive Antwort auf seine Anfrage bekam, trat er im September 1852 in das Noviziat Notre-Dame de l’Osier ein.
Inzwischen hatte Eugen von Mazenod eine Mission in Natal/Südafrika angenommen. Als Br. François Bernard Marseille besuchte, erlaubte ihm der Stifter, seine Gelübde für fünf Jahre abzulegen und damit das Noviziat schon nach sieben Monaten zu beenden. So schloss sich Br. François gemeinsam mit P. Justin Barrêt und Diakon Joseph Gerard dem apostolischen Vikar von Natal, Monsignore Jean-François Allard, an. Nach strapaziösen acht Monaten auf See kamen die Missionare in Port Natal an. Neben der katechetischen Arbeit arbeitete Br. François als Koch, Gärtner, Zimmermann und Laubursche.
Vier Jahre später wurde er zu den Zulus geschickt, wo eine harte und schwierige Mission eröffnet wurde. Zuerst baute er dort als geschickter Handwerker eine Kirche, bei deren Bau er viel Geduld benötigte. So wurde Baumaterial wie Holz über zwölf Meilen mit Ochsen herangeschafft. Oftmals trug ihn in solchen Momenten das Gebet.
Br. François Bernard trat in die Kongregation ein, um eines Tages als Katechist bei den Eingeborenen zu arbeiten. Umso größer war die Freude nach den Jahren der handwerklichen Arbeit, als Bischof Allard ihn in eine Schule der Basothos versetzte. Da François Bernard mit Leichtigkeit Sprachen lernen konnte, eignete er sich schon auf dem Schiff Englisch und Portugiesisch von den Matrosen und Reisenden an. Nun lernte er Zulu und Basotho noch hinzu. Durch Wissen und Feingefühl hatte er eine gute Beziehung zu der Jugend, die ihm vertraute.
Zeit seines Lebens war die Bekehrung der Heiden das größte Ziel Br. François. Mit Blick in diese Richtung überwand er alle Schwierigkeiten und Herausforderungen, die sein Missionarsleben mit sich brachte. Br. François Bernard, der erste Oblatenbruder in Südafrika, starb am 15. Januar 1889 im Alter von 62 Jahren. Er ist in Roma/Lesotho beigesetzt.


Quellen:
Dorval, André, http://www.omiworld.org/PiccolaStoriaTesto.asp?L=1&S=644, Stand: Mai 2008.

15. Januar

P. DDr. Leonard Leyendecker OMI (1872 – 1958)

Leonard Leyendecker wurde am 31. Januar 1872 in Kalterherberg (Nordrhein-Westfalen) geboren, seit dem neunten Lebensjahr trug er sich mit dem Gedanken, Priester zu werden. Als Leonard Leyendecker 12 Jahre alt war, lernte er zwei Jahre Latein und griechisch bei seinem Pfarrer Arnoldi. Der brachte ihn 1886 nach St. Karl zu den Oblaten.
1888 trat er ins Noviziat unter der Leitung von P. Favier ein. Am 16. Juli 1889 legte er in St. Gerlach die ersten Gelübde ab. Danach wurde er nach Rom geschickt, wo er schon 1890 die Ewige Profess ablegte. Am Ende des dritten Jahres der Philosophie wurde er bereits zum Doktor promoviert. Am Ende des zweiten Theologiejahres wurde er am 29. Juni 1894 zum Priester geweiht. Vom Herbst dieses Jahres bis zu Abreise von Rom 1896 war er Repetitor der beiden ersten Philosophiekurse. Zur gleichen Zeit bereitet er sein Doktorat in Theologie vor. 
Am 19. Juli 1896 feierte er seine Heimatprimiz. Leider erlebten seine Eltern das Fest nicht mehr. Nach drei Wochen Ferien begann er seine Vorlesungen in Philosophie in St. Gerlach, dann in Lüttich. 1897 begann er seine Tätigkeit in Hünfeld, zunächst als Professor der Philosophie, dann der Theologie.
1908-1918 wurde er Superior in dem neu eröffneten Kloster in Brüssel, wo er sich der Arbeit beim Kolpingverein und der Seelsorge bei den Auslandsdeutschen widmete. Es folgte ein lange Zeit, in der er leitende Posten bekleidete: 100 Tage Superiorat in St. Karl, 6 Jahre an der Spitze der deutschen Ordensprovinz (1920-1926), 2 Triennien Superiorat in Hünfeld und wiederum Superior in St. Karl. Während seiner Zeit als Provinzial gründete er eine große Anzahl Häuser, u. a. Gelsenkirchen, Kronach, Burlo, Dresden, Stettin-Züllchow. Oft hat P. Leyendecker bedauert, dass die Oblaten in Ostdeutschland nicht besser vertreten waren. 1935 wurde P. Leyendecker nach Saarbrücken und 1937 nach Rom versetzt, wo er Präfekt der deutschen Brüder im internationalen Scholastikat war. In der freien Zeit begann er mit einem Kommentar zu heiliger Regel, der ein klarer Beweis für seine Liebe zur Kongregation und für sein Bemühen um eine gute Ausbildung der Oblaten ist. Dieses unvollendete Werk diente lange Zeit als Handreichung bei der Erklärung der heiligen Regel.
1952 erhielt P. Leyendecker seine letzte Obedienz ins Nikolauskloster, wo er die Studierende in die Geschichte der Kongregation einführte. P. Leyendecker starb am 15. Januar 1958 im St. Nikolauskloster.


Quellen:
Nachruf: P. Leonard Leyendecker OMI.
P. Kroiß, Das Ausbreiten und Wirken der Oblaten.