28. Februar

P. Jan Pawolek OMI (1882-1942)

Während der Besetzung Polens durch die deutsche Armee im 2. Weltkrieg war die katholische Kirche vielfältigen Verfolgungen ausgesetzt. Unzählige polnische Priester und Ordensleute wurden in die Konzentrationslager deportiert und umgebracht, unter ihnen auch 15 polnische Oblaten. Einer von ihnen war P. Jan Pawolek.
Jan Pawolek wurde am 10. Juli 1882 in Stary Popielow im heutigen Polen geboren. Sein Studium absolvierte er an der Hochschule der deutschen Oblaten in Hünfeld und wurde am 9. Mai 1907 zum Priester geweiht. Er zeichnete sich durch viele Talente und enormen Arbeitseifer aus. Er wirkte hauptsächlich als Volksmissionar in Deutschland und Polen, eine Arbeit, für die er hohes Ansehen genoss. Darüber hinaus war er verantwortlich für die monatlich erscheinende „ Oblat Niepokalanej“ und veröffentlichte mehrere Bücher über missionarische Themen. 1918 traf er am Wallfahrtsort Piekary auf den jungen Josef Cebula und konnte diesen davon überzeugen, sich den Oblaten anzuschließen. Bekannt war Pater Pawolek vor allem für seinen Humor und seinen ausgezeichneten Gemeinschaftssinn.
Am 8. Januar 1940 wurde Pater Pawolek zum ersten Mal von den deutschen Besatzern verhaftet, später aber freigelassen und nach Swiety Krzyz versetzt. Hier konnte er durch sein fröhliches Wesen in nicht geringem Maße dazu beitragen, die Stimmung in der Kommunität zu verbessern, die durch die ständige Angst vor Übergriffen der deutschen Besatzungstruppen geprägt war. Als er am 18. Juli 1941 wieder verhaftet wurde, brachte man ihn in das Konzentrationslager Auschwitz, wo er am 28. Februar 1942 verstarb.


Quellen:
James M. Fitzpatrick, Oblate Heritage 7: Oblate Witnesses 1831-1997, Rom 1998.

28. Februar

P. General Théodore Labouré OMI (1883-1944)

Théodore Labouré wurde am 19. Mai 1883 in Monsurs im Département Mayenne geboren. Er entstammte einer tiefchristlichen Familie. In seiner Familie gab es viele Priester- und Ordensberufungen. Ein Onkel war Oblate der Unbefleckten Jungfrau Maria auf Ceylon.
Im Jahr 1895 trat Théodore Labouré ins Juniorat in Pontmain ein. Nach dem Noviziat in Angers wurde er 1901 ins Scholastikat nach Rom gesandt. Es folgten sieben Studienjahre an der Gregoriana, wo er den Doktorgrad in Philosophie und Theologie erwarb. Am 14. April 1906 wurde er zum Priester geweiht.
Im Jahr 1908 ging Pater Labouré ins Scholastikat nach San Antonio/Texas, um als Professor für Dogmatik tätig zu werden. Er wurde 1913 Oberer dieses Hauses. Seine Gesundheit zwang ihn jedoch, die Lehrtätigkeit aufzugeben. Pater Labouré wechselte in die praktische Seelsorge, betreute einige Pfarreien und war auch schriftstellerisch tätig. Im Jahre 1926 wurde er zum Provinzial der weitläufigen Provinz Texas ernannt. Bei seiner Arbeit lagen ihm die Juniorate und Scholastikate besonders am Herzen.
Am 8. September 1932 wurde Pater Théodore Labouré zum Generaloberen gewählt. Unter seiner Führung wurden zahlreiche Missionen gegründet. Er wusste die finanziellen Schwierigkeiten, die vor allem durch die Weltwirtschaftskrise entstanden waren, zu bekämpfen. Die florierenden europäischen Provinzen wurden durch den zweiten Weltkrieg stark getroffen. Zahlreiche Opfer, Schließungen von Ausbildungshäusern und die Zerstörung der böhmischen Provinz waren zu beklagen und Umstrukturierungen mussten erfolgen. Pater Labouré setzte sich für die Seligsprechungsverfahren der Oblaten ein. Unter seinem Vorsitz wurden zwei Generalkapitel abgehalten.
In der Ausübung seiner Pflichten als Generaloberer verwand Pater Théodore Labouré all seine Kräfte ohne sich zu schonen. Im Jahr 1942 zwang ihn sein schwacher Gesundheitszustand, er litt an Herzanfällen und grünem Star, die Führung der Kongregation in die Hände des Generalvikars, Pater Hilaire Balmès, zu übergeben. Pater Labouré zog sich erst nach Pérollier bei Lyon, dann ins Scholastikat in La Brosse zurück. Überraschend starb der Generalobere bei einem Besuch in der Prokur in Paris am 28. Februar 1944.


Quellen:
Donat Levasseur, OMI, History of the Oblate Congregation, Ottawa, 1959, S.177-192.
Donat Levasseur, OMI, A History of the Missionary Oblates of Mary Immaculate 2, Rom,1989, S.7.
Immaculata, Marien- und Missionszeitschrift, Zwölfter Jahrgang, 1932, S.243.