26. Februar

P. Norbert Böhr OMI (1933-2003)

Norbert Böhr wurde am 7. März 1933 in Warnsdorf, damals Tschechoslowakei, geboren. Seine Mutter starb, als er zwei Jahre alt war. 1946 landete seine Familie im Zuge der Vertreibung der Sudetendeutschen im thüringischen Mühlhausen (Ostzone), wo er 1948 die Volksschule abschloß. Im selben Jahr wechselte er heimlich über die Zonengrenze, zuerst nach Vallendar und im Juni 1949 nach Saarbrücken. Die Neigung zum geistlichen Beruf war zu dieser Zeit bereits bei ihm lebendig, doch strebte er zunächst eine Berufsausbildung als Maurer an. Im März 1952 legte er seine Gesellenprüfung ab. Kontakte zu den Oblaten führten ihn im März 1953 ins Nikolauskloster, wo er 1957 sein Abitur erwarb. Er begann am 30. April 1957 das Noviziat in Maria Engelport und legte am 1. Mai 1958 die Ersten Gelübde ab. Sein Studium absolvierte er in Hünfeld. Am 1. Mai 1962 band er sich in den Ewigen Gelübden für immer an die Gemeinschaft und empfing am 28. Juli 1963 durch Bischof Walter Vervoort OMI in Hünfeld die Priesterweihe.
Von 1964 bis 1972 gehörte Pater Böhr zum Oblatenkloster in Aachen und war in der Volksmission tätig, seit 1968 auch als „Referent für missionarische Seelsorge“ im Bistum Aachen. 1972 wurde er Rektor des Exerzitienhauses der Oblaten in Essen-Heidhausen und war Assistent im Exerzitienwerk des Bistums Essen. 1976 wurde er schließlich zum Superior ernannt und 1978 zum Provinzvikar.
Pater Norbert Böhr wurde am 6. Januar 1981 zum Provinzial ernannt, dieses Amt hatte er bis zum 5. Juli 1987 inne. Seine Amtszeit fiel in eine schwierige Phase des Umbruchs und der Erneuerung. Das neue Kloster in München wurde gebaut. Die Gemeinde in Kulmbach ging zurück an die Diözese Bamberg. Nach dem Weggang von P. Alfred Reichmann aus Dresden schloß man die Niederlassung. Die Landwirtschaft in Molzbach wurde 1984 aufgelöst. Es gab kaum Ordensnachwuchs. Anfang Oktober 1985 erlitt er einen Herzinfarkt, konnte sein Amt als Provinzial aber weiterführen und am Generalkapitel in Rom 1986 teilnehmen.
Pater Norbert Böhr erhielt am 15. Januar 1988 die Obedienz nach Maria Engelport, wo er im gleichen Jahr das Amt des Superiors übernahm. 1994 zum Ende seines zweiten Trienniums ereilte ihn ein zweiter Herzinfarkt. Ab Herbst 1994 arbeitete er in Mainz als Provinzarchivar. Einen dritten Herzinfarkt hatte er am 25. Januar 2003. Nach drei Wochen Behandlung auf der Intensivstation der Mainzer Uni-Klinik wurde er auf die Pflegestation im Kloster Hünfeld verlegt. Dort starb Pater Norbert Böhr im Alter von 69 Jahren am 26. Februar 2003. Er wurde am 4. März auf dem Friedhof des Klosters Maria Engelport bestattet.


Quelen:
OMI Nachruf - P. Böhr
Sterbebild P. Norbert Böhr
Nachruf P. Norbert Böhr, in: Weinberg 104 (2003) April, 14.
Th. Kroiß, Das Ausbreiten und Wirken der Missionare Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria in Deutschland 1895 – 1995 (Burg Lantershofen 1995) 152.