24. Februar

P. Prof. Dr. Johannes Rommerskirchen OMI (1899-1978)

Johannes Rommerskirchen wurde am 5. Januar 1899 in Neuenhoven, heute Gemeinde Jüchen, geboren. Durch eine sehr fromme Erziehung kam bei ihm bald der Wunsch auf, in einen Orden einzutreten und Priester zu werden.
Im Jahr 1914 legte Johannes Rommerskirchen sein Abitur ab und begann sein Noviziat in St. Gerlach. Am 2. Juli 1916 legte er seine ersten Gelübde ab, anschließend folgte das Studium der Theologie an der Ordenshochschule in Hünfeld. Bedingt durch die Kriegswirren konnte Frater Rommerskirchen OMI die Priesterweihe erst zwei Jahre später, am 2. Juni 1923, empfangen. Im darauf folgenden Jahr wurde er zu weiteren Studien nach Münster geschickt. Dieses Studium beendete er mit seiner Promotionsarbeit über „Die Oblatenmissionare auf der Insel Ceylon im 19. Jahrhundert 1847-1893“.
1930 wurde Pater Dr. Johannes Rommerskirchen OMI Nachfolger des verstorbenen Pater Robert Streit OMI in Rom. Seine Aufgabe in Rom bestand in der Herausgabe und Mitarbeit der Bibliotheca Missionum. Seit 1933 gab er noch die Bibliografia Missionaria heraus. In den 48 Jahren in denen er in Rom als Bibliothekar, Bibliograph und Professor arbeitete und lehrte, bestand allerdings im Aufbau der päpstlichen Missionsbibliothek, deren Leiter er von 1958-1972 gewesen war.
Im Jahr 1968 erhielt Pater Prof. Dr. Johannes Rommerskirchen OMI das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.
Er verstarb am 24. Februar 1978 im 62. Jahr seiner Oblation und im 55. Jahr seines Priestertums in Rom.


Quellen:
Nachruf: P. Johannes Rommerskirchen OMI von P. Provinzial Norbert Hötzel.
Dissertation von P. Johannes Rommerskirchen OMI.

24. Februar

P. Franz Kister OMI (1904-1989)

P. Franz Kister erblickte am 21. September 1904 in Grüsselbach das Licht der Welt. Zusammen mit seinen 12 Geschwistern erfüllte er das kleine Rhöndorf mit Leben. Mit 12 Jahren musste er erleben, dass sein älterer Bruder, Fr. Josef Kister, der Scholastiker bei den Oblaten war, im ersten Weltkrieg ums Leben kam. Wenn man P. Franz später nach seiner Berufungsgeschichte gefragt hat, kam folgende Antwort: „Ich bin Oblatenpater geworden, weil ich meinen gefallenen Bruder Josef ersetzen wollte.“ So kam er 1917 in das Oblatenkloster St. Karl. Er schreibt darüber: „Unser Kurs blieb klein […] Allerdings waren es treue Männer […] Zu elft waren wir gekommen, […] und mit elf Mann traten wir am 13. April 1930 in Hünfeld zum Weihealtar […]“
Ein Jahr später ging sein großer Wunsch in Erfüllung, Volksmissionar zu werden, und er kam in das Missionshaus Essen-Borbeck. In P. Anton Standt fand er einen ausgezeichneten Lehrmeister, ohne seinen eigene Art und seine jugendliche Begeisterungsfähigkeit zu verlieren.
1933 wurde er nach Schlesien gesandt. Dort zog er 6 Jahre durch das östliche Deutschland und lernte die Menschen, die Kultur und die Frömmigkeit dieser Region kennen. Die sich zuspitzende Lage in Polen am Vorabend des Zweiten Weltkriegs veranlasste die polnischen Oblaten den damaligen deutschen Provinzial P. Robert Becker zu bitten, sich der deutschen Ordensleitung unterstellen zu dürfen. Daraufhin wurde P. Kister als Superior und Pfarrer nach Kattowitz entsandt. Selbst von den Nazis ließ er sich nicht kleinkriegen, versteckte Verfolgte, klagte die Verbrecher an.
Nach Kriegsende und einer kurzen Station in Offenbach kam P. Kister in das Nikolauskloster, von wo aus er wieder mit vollem Tatendrang und viel Energie Volksmissionen predigte. Daneben organisierte er „Rucksackmissionen“: Wanderungen in Diasporagebiete ausgehend von katholischen Zentralorten. So durchpflügten die Missionare wie in konzentrischen Kreisen große Gebiete. Daraus entwickelte sich später die von P. van Straaten organisierte Kapellenwagenmission.
Nach einer Zeit in Aachen wurde er Leiter des „Klösterchens“ in Gelsenkirchen. Dort befasste er sich weiter mit der Volksmission, schrieb neue Predigten und wagte neue Konzepte. Nach einem weiteren kurzen Stelldichein in Offenbach wurde er Superior des Hauses Hünfeld, wo große Dinge auf ihn warteten. So musste die noch bestehende Oblatenhochschule mit dem Priesterseminar in Fulda zusammengeführt und das Kloster zum Tagungshaus umgebaut werden. Beim Umbau war P. Kister in seinem Element: er dirigierte die Beteiligten wie einst den Chor der Scholastiker.
Nach seiner Superioratszeit in Hünfeld wurde P. Kister abermals nach Offenbach gesandt. Doch auch nach Auflösung dieses Hauses blieb er in Offenbach wohnen, da er als Seelsorger im Caritas-Altenheim tätig war. 1988 kehrte er endgültig nach Hünfeld zurück. Kurz vor Weihnachten erlitt er einen schweren Herzinfarkt. Nach mehreren Krankenhausaufenthalten starb er am 24. Februar 1989 im Bonifatiuskloster.

Quellen:
Nachruf von P. Franz Kister, verfasst von P. Alfred Mock OMI.