11. Februar

P. Josef Huss OMI (1868-1947)

Mitten im Zweiten Weltkrieg, am 11. Februar 1943, verstarb im französischen Clairvivre mit Josef Huss ein Oblate, der die Geschicke der deutschen Provinz in einer anderen schwierigen Zeit, dem Ersten Weltkrieg nämlich, geleitet hatte. Es erwies sich als gute Fügung, dass der Sohn einer elsässischen Familie mit starken Bindungen zur französischen Provinz nur ein Jahr vor dem Beginn dieses sinnlosen Schlachtens, dem auch etliche Oblaten zum Opfer fielen, die Führung übernahm.
Josef Huss wurde am 13. Oktober 1868 in Weyersheim / Elsaß geboren. Seine ersten Gelübde legte er am 15. August 1889 in St. Gerlach, Niederlande, ab. Nach den ewigen Gelübden 1890 empfing er 1894 in Lüttich die Priesterweihe. 1897 kam er ins Bonifatiuskloster, zunächst als Professor für Kirchenrecht und Moral sowie als Novizenmeister für Brüderberufe. Von 1898 an musste er als Ökonom die finanziellen Geschicke der deutschen Provinz leiten, so dass er sein Amt als Novizenmeister und seinen Lehrstuhl für Kirchenrecht aufgeben musste. Die Aufgabe als Superior des Bonifatiusklosters trat er am 20. September 1902 an. Viele Bautätigkeiten wurden unter seiner Leitung vorgenommen: Die Kirche und das Haus wurden verputzt, die Gärtnerei angelegt und das Missionsmuseum eingerichtet. 1910 wurde er ins Missionshaus St. Ulrich in seine elsässisch-lothringische Heimat versetzt.
Bereits 1913 sollte P. Huss wieder nach Hünfeld zurückkehren. Die Generalverwaltung hatte ihn für das Amt des Provinzials eingesetzt. Nicht nur der Krieg mit seiner Verknappung und der Abwesenheit zahlreicher Oblaten fielen in seine Amtszeit, die bis 1920 andauern sollte. Zahlreiche Neugründungen wurden unter seiner Federführung vorgenommen: Essen, Gelsenkirchen, Höntrop, Aufhofen und Köln sowie die zwei „Berge“, der Bingener Rochusberg und der Lahnsteiner Allerheiligenberg. Zusätzlich war er Vorstandsmitglied der „Superiorenkonferenz der deutschen missionierenden Orden und Genossenschaften.“
Am 31. Januar 1920 wurde er von P. Leonhard Leyendecker abgelöst. Zeitgenossen bescheinigen ihm herausragende Predigtfähigkeiten sowie einen „offenen Charakter, ein liebenswürdiges Wesen und stete Hilfsbereitschaft.“


Quellen:
Monatsblätter, Bd. 19 (1911-12), S. 82 f.
Monatsblätter, Bd. 21 (1913-14), S. 131
Monatsblätter, Bd. 27 (1920), S. 94.