20. Dezember

Der Name der Kongregation (1825)

Am 20. Dezember 1825 traf Eugen von Mazenod, der nach Rom reiste, um die Statuten und Regeln anerkennen zu lassen, Papst Leo XII. bei einer Privataudienz. Bei dieser Begegnung sprach er mit dem Papst über sein Vorhaben, eine Ordensgemeinschaft zu gründen und erstattete ihm Bericht über die zukünftigen Ziele und den momentanen Zustand der Gemeinschaft, der Oblaten des heiligen Karl. Der Papst zeigte sich interessiert und das Verfahren, die Gemeinschaft als Kongregation anzuerkennen, wurde eingeleitet. Am Ende der Audienz fragte Eugen den Papst, ob er es billigen würde, der Genossenschaft den Namen „Oblaten der allerseligsten und makellosen Jungfrau Maria“, oder einfacher „Oblaten der Maria Immaculata“ zu geben. Wie kam es dazu?
Nachdem sich die Missionare der Provence über diese Region hinaus ausdehnten, änderte man den Namen der Gemeinschaft vorerst um in „Oblaten des heiligen Karl“. Der heilige Karl Borromäus war der Familienpatron der von Mazenods. Dieser Name jedem männlichen Familienmitglied als erster gegeben. Karl Eugen von Mazenod wollte den heiligen Karl Borromäus zum Patron der Oblaten, seiner geistlichen Familie, ernennen. Weshalb er den Namen der makellosen Jungfrau wählte, kann nicht gänzlich geklärt werden. Während der Oktavfeier der Immaculata Conceptio, die in Rom hoch gefeiert wurde, entschied sich der Stifter für seine Kongregation um den Namen der Immaculata zu bitten. Aus einem Bericht erfährt man aber, dass der Papst dieses Vorhaben unterstützte und den Namen der makellosen Jungfrau vorzog, um Verwechslungen mit anderen Kongregationen, die den Namen des heiligen Karl tragen, zu vermeiden. Außerdem setzte zu dieser Zeit auch eine starke Verehrung der Immaculata ein. Höhepunkt dieser Entwicklung war die Dogmatisierung 1854.
Am 17. Februar 1826 verlieh Papst Leo XII. der neu bestätigten Kongregation den Namen „Missionare Oblaten der allerseligsten und makellosen Jungfrau Maria“. Eugen von Mazenod schrieb an seine Mitbrüder: „Wir sind stolz auf die Würde und die Rechte, die dieser Name uns gibt und vertrauen dem Schutz der makellosen Jungfrau, die bei Gott alles vermag.“


Quellen:
Ciardi, Fabio, Dictionary of Oblate Values, Rom, 2000, S. 665ff.
Boudens, Robrecht und Katzer, Josef, Eugen von Mazenod, S. 104ff.
Eugen von Mazenod, Briefe an Oblaten in Frankreich, Bd. 6, Nr. 213.
Dictionnaire Historique des Missionaires Oblats de Marie Immaculee, Bd. 1, S. 559f.