11. Dezember

P. Aimé Martinet OMI (1829-1894)

Aimé Martinet wurde in Domène, Diözese Grenoble, am 20. Februar 1829 geboren. Nach einigen Jahren im Juniorat in Notre-Dame de Lumières, trat er am 14. August 1847 ins Noviziat der Oblaten in Notre-Dame de l’Osier ein. Trotz seines Reichtums an Tugenden und Talenten zögerte der Generalrat, ihn wegen „seiner geringen Größe und der schmächtigen Proportionen seines Körpers“ zu den Gelübden zuzulassen. Dennoch legte er sie am 15. August 1848 ab und begann sein Scholastikat im großen Seminar von Marseille.
Nach seiner Priesterweihe am 27. Juni 1852 durch Bischof de Mazenod erhielt P. Martinet seine Bestimmung zum Lehrdienst. Er wurde Professor der Philosophie am großen Seminar in Fréjus (1852-1853), in Marseille (1853-1855) und in Romans (1856-1857) und Professor der Dogmatik in Marseille (1855-1862). Als 1862 die Scholastiker Montolivet in Marseille zugunsten Autun aufgeben mussten, wurde P. Martinet, Freund und Vertrauter von P. General Joseph Fabre (1824-1892), an die Spitze dieser wichtigen Kommunität gestellt.
Beim Generalkapitel von 1867 wurde er, ohne Kapitulant zu sein, zum vierten Assistenten und Generalsekretär gewählt. In den folgenden 27 Jahren wurden ihm diese Posten immer wieder anvertraut. Als Assistent machte er die folgenden kanonischen Visitationen: Südafrika (1871-1872), die englischen Provinz (1875), Britisch Kolumbien (1882) und Ostkanada (1891). 1894 während der Reise von P. General Louis Soullier (1829-1897) im Amerika wurde er Generalvikar. Bischof Bonjean (1823-1892), apostolischer Vikar von Jaffna, bestimmte ihn 1870 als seinen Vertreter beim I. Vatikanischen Konzil.
P. Martinet widmete sich ununterbrochen der „Arbeit der Feder“, die imstande ist „die Kräfte der Stärksten zu erbittern und den Willen der Hartnäckigsten zu ermüden“. Im Generalarchiv befinden sich 888 Briefe an verschiedene Oblaten, die viel zum Wohl der Kongregation und der Seelen, wie zur Ehre Gottes beigetragen haben.
1893 kurz nach seiner Wahl zum ersten Generalassistenten zwang ihn eine Herzkrankheit nach und nach seine Arbeit einzuschränken. Er starb am 11. Dezember 1894 im Alter von 67 Jahren in Bordeaux, wo er von der Schwestern der Heiligen Familie umsorgt worden war.


Quellen:
Dictionnaire Historique des Missionnaires Oblats de Marie Immaculèe. Vol. I. En France au temps du Fondateur, Rome 2004, S. 435-436.