3. Dezember

Die Oblaten erreichen Texas (1849)

Es waren bereits acht Jahre vergangen, seit die ersten Oblaten in Kanada amerikanischen Boden betreten hatten, als P. Pierre Telmon den Auftrag erhielt, das Engagement der Oblaten auch auf die benachbarten Vereinigten Staaten auszudehnen und dort eine Niederlassung zu gründen. Nachdem ein erster Versuch in Pittsburgh gescheitert war, traf P. Telmon mit Bischof Odin von Galveston/Texas zusammen, der für sein Bistum nach Seelsorgern suchte.
Ohne die Erlaubnis des Stifters oder des Visitators P. Guigues abzuwarten, nahm P. Telmon das Angebot des Bischofs an und reiste mit vier weiteren Oblaten – den Patres Gaudet und Soulerin, dem Scholastiker Gelot und Bruder Menthe – im November 1849 nach Texas. Als erste Niederlassungen wurden die Bischofsstadt Galveston und die neu gegründete Stadt Brownsville bestimmt. Für die Wahl Brownvilles war ausschlaggebend, dass deren Bewohner in einer Bittschrift an den Bischof um Seelsorger für ihre Stadt gebeten und dafür Unterkunft und Verpflegung für Seelsorger sowie den Bau einer Kirche zugesichert hatten. Schnell zeigte sich jedoch, dass diese Versprechen sehr leichtfertig gegeben worden waren. So wurden die Oblaten in einer sehr behelfsmäßigen Notunterkunft untergebracht, die unentgeltliche Verpflegung der Missionare wurde nach ein paar Wochen eingestellt und auch der Bau der versprochenen Kirche wurde nicht in Angriff genommen. Die Oblaten mussten in 5 Monaten 4mal die Wohnung wechseln und 3mal eine neue Kapelle einrichten, bevor sich P. Telmon endlich dazu entschloss, ein kleines Pfarrhaus und eine kleine Notkirche aus Holz auf einem eigenen Grundstück zu errichten. Zwar bestätigte der Stifter im September 1850 die Errichtung der Mission, aber im selben Monat noch fasste das Generalkapitel den Entschluss, die Patres Gaudet und Soulerin zurück nach Kanada zu versetzen. Als dann auch Bruder Menthe Texas verließ und Frater Gelot sich dem Diözesanklerus anschloss, beschloss auch P. Telmon, nach Frankreich zurückzukehren
Der Leidtragende dieser Entwicklungen war natürlich Bischof Odin, der 1851 im Generalhaus in Marseille vorstellig wurde und den Stifter um die Wiedererrichtung der Mission in Texas bat. Eugen von Mazenod sah die Notwendigkeit eines Engagements der Oblaten und sicherte Bischof Odin sieben Oblaten – sechs junge Patres und einen Bruder - und zwei Niederlassungen – Brownsville und Galveston - zu. Als das College in Galveston 1857 wegen Uneinigkeiten über dessen Zielsetzung – die Oblaten dachten eher an ein Seminar für Ordens- und Diözesanklerus als an eine allgemeine Schule – aufgegeben wurde, konzentrierte sich die Arbeit der Oblaten in Brownsville, von wo aus sie eine reiche missionarische und pastorale Tätigkeit in Stadt und Umland entfalten konnten. Hier entstand auch unter der Federführung des ehemaligen Architekten Pater Keralum einer der berühmtesten und schönsten Kirchenbauten der USA, die Immaculate Conception Church.

Quellen:
Robert Wright, Oblate Heritage 8, Rom 1998.
Philipp Scharsch, Geschichte der Kongregation, Band I, S. 244.

3. Dezember

Heiligsprechung Eugen von Mazenods (1995)

Nachdem Eugen von Mazenod bereits am 19. Oktober 1975 durch Papst Paul VI. selig gesprochen wurde, gab der Generalobere der Oblaten, Erzbischof Marcello Zago, im März 1994 bekannt, dass die Heiligsprechung des Stifters der Oblaten unmittelbar bevorstehe.
Zuvor hatte die medizinische Komission der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen die 1987 erfolgte Heilung des damals 37-jährigen Mexikaners Jesus Hernandez Serrano von Leberkrebs im Endstadium als menschlich nicht erklärbar anerkannt. Durch die Theologenkomission wurde bestätigt, dass die Heilung im Zusammenhang mit der Novene zum Seligen Eugen von Mazenod stand, die der Geheilte gebetet hatte. Als Termin für die Heiligsprechung wurde daraufhin der 3. Dezember 1995 bekanntgegeben, derselbe Tag, an dem auch der Gründer der Steyler Missionare, Arnold Janssen, heiliggesprochen werden sollte.
Pater General rief daraufhin zum 3. Dezember 1994 ein Mazenod-Jahr aus, um die Kongregation auf die Heiligsprechung vorzubereiten. Diesem wurde mit Aktionen und Besinnungstagen in allen Provinzen Rechnung getragen.
Am 3. Dezember 1995 schließlich versammelten sich 15.000 Gläubige (darunter ca. 900 Oblaten und etwa 400 Verwandte des Stifters), um der Heiligsprechung beizuwohnen. Gemeinsam mit Papst Johannes Paul II. standen 14 Konzelebranten am Altar, darunter die Erzbischöfe von Aix und Marseille, Pater General und Vertreter der verschiedenen Oblatenregionen, weitere 150 Bischöfe waren anwesend. Drei Tage lang feierte man in Rom den Stifter der Oblaten. Eugen von Mazenod war der erste französische Diözesanbischof, der seit der Gründung der Kongregation für die Heiligsprechungen kanonisiert wurde.
Pater General sprach von der Heiligsprechung als von einem „einzigartigen Meilenstein“, der aber nicht nur Bedeutung für die Kongregation, sondern auch für die ganze Kirche habe, und nicht nur die Ehrung des Verstorbenen, sondern auch ein Aufruf an uns Lebende sei, dass wir selbst immer mehr den Weg zur Heiligkeit gehen.


Quellen:
Brief des Generaloberen zur Heiligsprechung unseres Stifters, in: OMI-Information Nr. 334 (Mai 1995), S.1.
„Kurzer Rückblick auf die Geschichte des Prozesses“, in: OMI-Information Nr. 334 (Mai 1995), S.1.
„Heiliger Eugen von Mazenod“, in: OMI-Information Nr. 341 (Januar 1996), S.1-8..