15. August

Eugen und die Mutter Gottes (1822)

Für Eugen von Mazenod war Maria Zeit seines Lebens das Urbild missionarischer Hingabe. Das marianische Element gehört grundlegend zur Spiritualität des Stifters. Da er selbst die Wirklichkeit der Erlösung zutiefst erfahren hat, sieht er Maria als Mutter des Erlösers. Mit Vorliebe wendet sich Eugen in seinen Betrachtungen dem Augenblick zu, in dem Maria am Fuß des Kreuzes jeden Menschen als ihr Kind annimmt.
Marianisch geistliche Erfahrungen haben seine Existenz und das Leben der Kongregation tief geprägt. Neben der Erlebnis, das im Zusammenhang mit der Bestätigung der Regel 1825/26 steht und der Erfahrung 1854, als er an der Verkündigung des Dogmas der Unbefleckten Empfängnis teilnahm, gehört sicher der 15. August 1822 zu den wichtigsten Momenten in seinem Leben.
1822 befand sich die Kongregation in einer schwierigen Situation: die Existenz der Gemeinschaft stand in Frage. Gerade in dieser Situation spürte der Stifter, der seit Beginn seiner geistlichen Entwicklung Maria als Mutter betrachtet hat, was ihre Mutterschaft wirklich ist und was es bedeutet, all sein Vertrauen auf sie zu setzen. In einem Brief an P. Tempier beschrieb er dies noch am Abend des 15. Augusts. Ihm ging in einer inneren Schau auf, wie groß der Nutzen der Kongregation für die Kirche sei – trotz der geringen Zahl der Berufe und der großen inneren wie auch äußeren Schwierigkeiten. Durch diese Erfahrung schöpfte er Mut und Hoffnung, um die Zukunft der Kongregation realistisch und gelassen im Vertrauen auf die Vorsehung Gottes anzugehen.
Auch die Übernahme marianischer Wallfahrtsorte wie Notre-Dame du Laus 1818 zeigt die Liebe des Stifters zu Maria. So war sie im Leben Eugen von Mazenods und der Kongregation nichts Beiläufiges, sondern Herzmitte der geistlichen Erfahrung und des missionarischen Apostolats.
P. Jette schrieb dazu 1985: „Sie ist im Herzen unseres Oblatencharismas, doch in einer diskreten, unaufdringlichen Weise, als eine, die inspiriert und bestärkt, die ermutigt und begleitet.“


Quellen:
Von Mazenod, Eugen, Brief an P. Tempier, 15. August 1822, Bd. VI, Brief 86.
Jette, Fernand, The Oblate Charism, in the Missionary Oblate of Mary Immaculate, 1985, 70.

15. August

Weltjugendtag 2005 in Hünfeld

Nach der Ankündigung während des Weltjugendtages 2002 in Toronto, dass Köln der Austragungsort für den Weltjugendtag 2005 sein werde, begannen die Planungen in der deutschen Oblatenprovinz. Es wurde ein sechsköpfiges Kernteam gebildet, dem sieben Arbeitskreise zur Verfügung standen, die sich aus Mitgliedern des OMI-Teams zusammensetzten, zu dem etwa 80 Jugendliche und junge Erwachsene gehörten. Das OMI-Team wurde an Pfingsten 2003 ins Leben gerufen. Im Laufe der Zeit stützten noch 20 andere Jugendliche zu WJT-Team, die OMI-Freunde genannt wurden.
An sieben Wochenenden wurde das Hünfelder Oblatenprogramms vorbereitet. Zum Empfang des Kreuzes reisten Oblaten mit 50 Jugendlichen nach Berlin, bei vielen anderen Stationen waren ebenfalls OMI-Jugendliche dabei. Besonderer Höhepunkt war der Empfang des Kreuzes an der ehemaligen Grenze zur DDR bei Rasdorf, wo das OMI-Team das Kreuz übernommen und in einer Prozession bis nach Hünfeld getragen hat.
Vom 11. bis zum 15. August 2005 fand das lange vorbereitete Oblatenprogramm zum Weltjugend¬tag in Hünfeld statt, an dem Oblatengruppen aus über 25 Ländern mit ca. 1.200 jungen Menschen teilgenommen haben. Außerdem waren 80 Oblaten anwesend; darunter auch der Generalobere
P. Steckling, der Generalrat von Europa P. Rois und fünf Oblatenbischöfe (Lucia Alfert, Rudolf Koppmann, Gilles Cazabon, Gerald Wiesner, Bernardo Witte).
Der 11. August stand ganz im Zeichen der Ankunft der Gäste. Am 12. und 13. August verbrachten alle angereisten Gäste und Jugendlichen den Nachmittag und Abend im Bonifatiuskloster/Hünfeld. Es gab ein buntes Programm. Unter anderem das Fest der Völker, bei dem turkmenische Tänzerrinnen, singende Inuit, Musiker und Tänzer aus über 25 Ländern eine internationale Atmosphäre in den Hünfelder Klosterpark zauberten. Und das Musical der italienischen Oblatenjugend, das Szenen aus dem Leben des Hl. Eugen zeigte. 130 italienische Jugendliche wirkten darin mit. Am Sonntag 14. August nahmen alle Oblatengruppen, am Jugendfestival „Jesus First“ in Fulda teil. Am Montag 15. August machten sich alle Jugendlichen und Oblaten nach der Aussendungsmesse im Klosterpark nach Köln auf, um das Erlebte zu vertiefen, dem Papst zu begegnen und mit 1,1 Millionen Jugendlichen den Glauben zu feiern.
Die Oblaten in Deutschland beschlossen, an dieses Ereignis anzuknüpfen. Deshalb wurde die Jugendarbeit der Oblaten unter den Titel OMI-Jugend neu strukturiert.

Quellen:
Vie Oblate Life, Ch. Heinemann, The Whole World our Guest: The Oblate Program For World Youth Day at Hünfeld, Jahrgang 46, Bd. 3/2005, S. 323-332.