3. August

Erzbischof Christoph Bonjean OMI (1823-1892)

Der am 23. September 1823 in Riom (Südfrankreich) geborene Sohn des königlichen Prokurators Bonjean erhielt in der Taufe den Namen Etienne Christoph. Im Oktober 1842 trat er ins Priesterseminar von Clermont-Ferrand ein, wechselte 1846 ins Seminar der Genossenschaft für die auswärtigen Missionen in Paris, wo er am 19. Dezember 1846 die Priesterweihe empfing. Vier Monate später erhielt er seine Bestimmung für das neu gebildete Vikariat von Coimbatur in Südindien. Mehrere Jahre wirkte er dort in der Seelsorge, u. a. bei den irischen Soldaten, bekämpfte das goanesische Schisma und gründete neue Christengemeinden.
Dort erstand in ihn der Wunsch in eine Ordengemeinschaft einzutreten. Er wandte sich an den Obern der Oblaten in Ceylon, P. Étienne Semeria OMI (1813-1868). 1856 kam er nach Ceylon und begann im Mai 1857 unter der persönlichen Leitung des Bischof Semeria OMI sein Noviziat. Als Arbeitsfeld wurde dem jungen Oblatennovizen die Mission von Balimissam zugewiesen. Am 20. Mai 1858 legte er in die Hände des Bischofs Semeria die Ordensgelübde ab. P. Bonjean wurde schon bald „die rechte Hand“ seines Bischofs. 1868 nach dem Tod des Bischofs Semeria wurde P. Bonjean zu seinem Nachfolger ernannt. Am 24. August 1868 empfing er die Bischofsweihe aus den Händen des Erzbischofs Guibert OMI. Als am 2. April 1883 die Propaganda das Vikariat Colombo in zwei Vikariate: Colombo und Kandy teilte, wurde das neue Vikariat Colombo den Oblaten anvertraut und Bischof Bonjean erhielt seine Ernennung zum Apostolischen Vikar von Colombo.
Neun Jahre lang leitete Mgr. Bonjean die Geschicke des Vikariates, ab 1886 die Erzdiözese Colombo und hat mit seiner unermüdlichen Arbeitskraft und seinem nie erlahmenden Eifer hier wie in Jaffna die Mission gefördert. Drei Dinge lagen Mgr. Bonjean besonders ans Herz gewachsen: die Erziehung der Jugend, die Heranbildung einheimischer Priester und die Ausbildung guter Katholiken im öffentlichen Leben (z.B. Presse).
Erzbischof Bonjean starb am 3. August 1892 im Alter von 69 Jahren nach längerer Krankheit. Sein Begräbnis glich einem Triumphzug.

Quellen:

P. Reinhold Simon OMI, Christoph Bonjean OMI, der erste Erzbischof von Colombo, Monatsblätter, Jahrgang 1920 S. 17ff.
P. Johannes Rommerskirchen OMI, Die Oblatenmission auf der Insel Ceylon im 19. Jahrhundert 1847-1893, Hünfeld 1931, S. 55; 99ff.

3. August

Erzbischof Josef Gotthardt OMI (1880-1963)

Joseph Gotthardt wurde am 18. Dezember 1880 in Thalheim/Westerwald als Sohn eines Bauern geboren. Er besuchte das Juniorat der Oblaten St. Karl in den Niederlanden und begann 1899 sein Noviziat. Am 15. August 1901 legte er seine ewigen Gelübde ab. 1905 wurde er zum Priester geweiht. Nach einer kurzen Zeit als Lehrer in St. Karl wurde er 1907 als Missionar nach Südwestafrika ausgesandt. Hier wirkte er vor allem an der Gründung der Okawangomission mit, deren Leitung er später übernahm. Im Jahr 1921 wurde Pater Gotthardt zum Apostolischen Präfekten von Zimbebasien ernannt. Nur fünf Jahre später wurde die Präfektur zum Apostolischen Vikariat erhoben und Pater Gotthardt erhielt den Titel eines Apostolischen Vikars. Im selben Jahr empfing er aus den Händen des Generaloberen Erzbischof Augustin Dontenwill in der Klosterkirche zu Hünfeld die Bischofsweihe. 40 Jahre lang leitete er als Oberhirte sein Vikariat. In dieser Zeit gründete er 14 neue Missionsstationen und über 60 Schulen. Die Katholikenzahl stieg von 2.700 Katholiken im Jahr 1921 auf 60.000 Katholiken im Jahr 1963. Eine besondere Ehre wurde ihm zuteil, als er im Jahr 1951 zum Erzbischof ernannt wurde. Im Jahr 1961, im Alter von 81 Jahren, trat Erzbischof Gotthardt von seinem Bischofsamt zurück. Nachfolger wurde sein Koadjutor Bischof Rudolf Maria Koppmann, den er bereits vier Jahre zuvor in Hünfeld zum Bischof geweiht hatte. Zwei Jahre nach seinem Rücktritt, am 3. August 1963, starb Bischof Gotthardt im Alter von 83 Jahren eines ruhigen und friedlichen Todes. Unzählige Menschen kamen zu seiner Beerdigung, um diesem großen Missionar die letzte Ehre zu erweisen. Bischof Gotthardt zeichnete sich durch große Frömmigkeit und Zähigkeit aus. Mit ihm starb einer der großen Pioniere der Afrika-Mission.


Quellen:

Nachruf Erzbischof Joseph Gotthardt in: Der Weinberg, Oktober 1963, 64. Jahrgang.
http://www.catholic-hierarchy.org/bishop/bgott.html