28. April

Todestag P. Jacques André Emery PSS (1811)

Jacques André Emery wurde am 26. August 1732 in Gex, Frankreich, geboren. Er studierte Theologie an der Sorbonne und besuchte das Seminar von Saint-Sulpice. 1758 trat er in die Kongregation der Sulpizianer ein, und wurde 1781 ihr Generaloberer. Er hatte sich vor allem mit der laxen Moral im Seminar auseinanderzusetzen, und mit dem Umstand, dass die Seminaristen mehr Wert auf ihre adelige Abstammung als auf das geistige Leben legten.
Bischof Digné, Erzbischof von Paris, lehnte den Eid auf die Zivilverfassung ab, und verließ das Land, nachdem er Abbé Emery die Leitung des Bistums anvertraut hatte. Abbé Emery unterzeichnete die Verfassung, jedoch nur deswegen, weil er befürchtet, dass das kirchliche Leben vollkommen aussterben würde, wenn die Kirche sich dem verweigern würde. Entsprechend erfreut war er über das Konkordat von Napoleon mit Pius VII, gab es doch der Kirche einen rechtlichen Status. Dies galt jedoch nicht für Ordensgemeinschaften, und so wurde das Seminar von Saint-Sulpice geschlossen. Abbé Emery fand andere Wege, um die Priesterausbildung fortzusetzen.
In der Folge wurde ihm dreimal ein Bischofssitz angeboten, er lehnte jedoch ab. 1809 wurde er von Napoleon in das nationale Kirchenkonzil berufen.
Bereits 1808 hatte Napoleon Papst Pius VII in Savona gefangengesetzt, woraufhin dieser Napoleon exkommunizierte. Die Veröffentlichung der Bulle jedoch wurde in Frankreich verboten. Abbé Emery erhielt ein Exemplar, und mithilfe einiger Seminaristen, darunter der junge Eugen von Mazenod, wurde es kopiert und in ganz Frankreich verteilt.
1810 musste er das Seminar verlassen, und bezog eine Wohnung ganz in der Nähe. Eugen von Mazenod zählte zu seinen engsten Vertrauten, und legte großen Wert auf seinen Rat. Während seiner letzten Tage kümmerte er sich liebevoll um den „guten, alten Mann“, wie er ihn nannte. Abbe Emery starb am 28. August 1811 in den Armen Eugen von Mazenod`s.


Quellen:
Historical Dictionary of the Missionary Oblates of Mary Immaculate- Vol I.: Emery, Jaques André, Sulpician.