23. April

Die Gründung der englischen Provinz (1851)

Nach mehr als 250 Jahren politischer Unterdrückung öffnete sich das vereinigte Königreich von Großbritannien im Jahre 1829 durch die Umsetzung des „Emancipation Bills“ der katholischen Kirche. Dieses Gesetz, von irischen Katholiken maßgeblich in die Wege geleitet, öffnete die Türen auch für die Oblaten.
Voraussetzung für die Gründung der Provinz im Jahre 1851 war eine langwierige Vorarbeit gewesen. Die ersten Novizen aus Irland traten 1837 und 1840 in das Noviziat ein. 1841 sandte Bischof Eugen von Mazenod Pater William Daly nach England, um dort die Möglichkeit der Gründung einer Niederlassung zu untersuchen. Pater Daly wurde gut aufgenommen und die Entsendung zweier irischer Novizen in das französische Noviziat führten dazu, dass Bischof Eugen Pater Casimir Aubert nach Irland sandte, um dort ein Juniorat zu gründen.
Dieses Vorhaben scheiterte jedoch an den unannehmbaren Bedingungen der dortigen Ortsbischöfe. In Irland lernten die beiden Patres auch einen Geistlichen kennen, der in Penzance, Cornwall, mit dem Bau einer Kirche begonnen hatte. Diesem fehlten jedoch die Mittel und er rettete sein Werk dadurch, dass er die Oblaten an diesen Ort vermittelte. Mit Hilfe von Geldern der Familie de Mazenods wurde die Kirche bald fertig gestellt. Auch der erste Kreuzweg im Freien in ganz England wurde in der Cornwall’schen Küstenstadt errichtet.
Schon von Beginn an mangelte es nicht an Berufungen. 1843 konnten bereits vier Fratres ihr Noviziat – zunächst in Penzance – beginnen. Von 1845 bis 1849 wurden sechs Niederlassungen gegründet.
1850 besuchte Eugen von Mazenod die Häuser und war von den Fortschritten so begeistert, dass er sich auf dem Generalkapitel für die Konstituierung einer englischen Provinz einsetzte, mit P. Aubert als Provinzial. Doch schon bald gab es finanzielle Schwierigkeiten und viele Niederlassungen mussten geschlossen werden. Nur die persönliche Stärkung der Brüder durch den Stifter rettete in dieser schwierigen Zeit die Provinz, die bis zum heutigen Tag besteht und von der aus zahlreiche Missionsprojekte in der ganzen Welt begonnen werden konnten.


Quellen:
Philipp Scharsch OMI, Geschichte der Kongregation OMI, Bd. 1, S. 177ff.
Donat Levasseur OMI, A History of the Missionary Oblates of Mary Immaculate I, S. 118ff.