18. April

Br. Johannes Rau OMI (1884 - 1928)

Johannes Rau wurde am 30. September 1884 in Rot bei Laupheim geboren. Dort wuchs er mit 16 Geschwistern auf. Im Jahre 1903 trat er bei den Oblaten ein, wohin ihm einige Jahre später sein Bruder Nikolaus folgte. In Hünfeld machte er sein Noviziatsjahr, nach dessen Verlauf er am 21. November 1904 seine ersten Gelübde ablegte. Danach kam er für ein halbes Jahr in das Kloster Maria Engelport. Im August 1905, während noch der Krieg zwischen den Hereros und den deutschen Soldaten in Südwest-Afrika tobte, erhielt er seine Obedienz für dieses Land.
Am 2. September 1905 reiste er zusammen mit den Patres Schemmer, Klanele, Schönwasser, Jakobi und den Brüdern Adler und Neubrand von Hamburg ab. Als im Jahre 1910 der letzte Versuch zur Gründung der Okawangomission gemacht werden sollte, hielt man Ausschau nach ein paar Brüdern, die der Aufgabe und den Anforderungen gewachsen waren. Die Wahl fiel auch auf Bruder Rau. Mit eiserner Energie und zäher Willenskraft fasste er jede Arbeit an. Seine Unerschrockenheit und Gelassenheit verließen ihn nie. Vor allem aber war er der geborene Ochsenwagenführer und als solcher der richtige Mann für die schwierigen Verkehrsverhältnisse zum Okawango. Zwanzigmal machte Bruder Johannes Rau die Fahrt Okawango - Grootfontein - Okawango. Das sind ins¬gesamt 40 000 km. Davon allein 5 000 km Durststrecke, wo es nur Dornen und Sand gibt. Bei diesen Fahrten hatte er nie einen Ochsen verloren, weshalb man ihn den Bezwinger der Durststrecke nannte. Bruder Rau hatte in Südwest-Afrika sein Militärdienst abgeleistet.
Als sein Gestellungsbefehl kam, war er auf Reisen. Wegen mangelnder Verbindung, musste das Militär warten, bis Bruder Rau von selbst zurückkam. So geschah es, dass er mit Verspätung von drei Monaten seine Dienstzeit begann. Weil aber der Missionsobere während der Dienstzeit von Bruder Rau keinen Ersatz finden konnte, wandte er sich in einem Gesuch an das Oberkommando der deutschen Schutztruppe in Windhoek um Befeiung des Bruders aus dem Militärdienst. Dem wurde stattgegeben und Bruder Rau wurde nach neun Monaten aus dem Militärdienst entlassen. Bruder Rau hatte auch eine besondere Begabung zur Musik. Mit großer Mühe und Geduld hatte er eine kleine Musikkappelle herangebildet. Bruder Rau war in ganz Südwest-Afrika bekannt und beliebt. 18 Jahre lang war Bruder Rau im Missionsgebiet Okawango tätig, bis er an Schwarzwasserfieber erkrankte und daran am 18. April 1928 in Andara im Alter von 44 Jahren verstarb. Sein Grab liegt in Andara.


Quellen:
Monatsblätter 1928, S. 233.
Monatsblätter 1929, S. 239.
Video: Das Kreuz vom Okawango.

18. April

P. Louis Leroy OMI (1923-1961)

Pater Louis Leroy stammte aus der Diözese Coutances in der Normandie. Mit 20 Jahren begann er sein Noviziat bei den Oblaten. Seine familiären Umstände hinderten ihn daran früher seiner Berufung zum Missionar zu folgen. Seine höhere Schulbildung erwarb er am Spätberufenenjuniorat in Pontmain. Er war ein praktisch begabter Mensch, ein fleißiger Student und gewissenhaft im Gebetsleben. Pater Leroy hatte schon als Student den Wunsch in die Mission zu gehen und ein Märtyrer zu werden. 
Er wurde nach Beendigung seiner Ausbildung in die Mission nach Laos geschickt. Im November 1955 kam er in Xieng-Khouang an. Er hatte wegen einer beginnenden Taubheit einige Schwierigkeiten die Landessprache zu erlernen. 1956 verbrachte er einige Monate im Mekong–Tal, um sich mit dem Laotisch der dortigen Bevölkerung vertraut zu machen. Im November 1957 kehrte er nach Xieng-Khouang zurück und es wurde ihm die Verantwortung für das Dorf Ban-Pha, eine Gemeinde der Thai Dam, übertragen. Er löste dort Pater Joseph Boissel OMI ab.
Am 15. April 1961 wurde das Dorf Ban–Pha nach mehreren Kampftagen von den kommunistischen Pathet-Lao-Truppen erobert. Tagelang blieb es zunächst ziemlich ruhig. Am 18. April wurde Pater Louis Leroy von Soldaten der Pathet-Lao festgenommen. Man teilte ihm mit, ein Funkspruch der Regierung sei eingetroffen, der Pater solle zur Hauptstation der Mission in Xieng-Khouang kommen. Zuerst weigerte er sich seine Christen zu verlassen, ging dann aber doch mit. Nachdem er die Missionsstation verlassen hat, wurde diese von den Soldaten geplündert.
Pater Louis Leroy wurde am 18. April 1961 von kommunistischen Soldaten erschossen, weil er katholischer Priester und Missionar war. Zwei Jahre lang galt er als vermisst, dann entdeckte man das Erdloch in dem der Missionar verscharrt und versteckt worden war und konnte seine Leiche eindeutig identifizieren.


Quellen:
P. Chevroulet, Oblates along the Mekong, in: Oblates Heritage 14 (Rom 1998) 21/25.
N. Hötzel, Blutopfer in Laos, in: Der Weinberg 64 (1963) 290/1.