11. April

Privatgelübde der Patres de Mazenod und Tempier (1816)

Die Privatgelübde der Patres de Mazenod und Tempier waren für die junge Gemeinschaft der Missionare der Provence ein wichtiger Schritt in Richtung Ordensleben. Dem Stifter war schon früh klar geworden, dass sich der apostolische Mann durch vollständige Hingabe an Gott und durch Selbstverleugnung auszeichnen müsse. In seinen Memoiren schrieb er: „Als ich mich ganz dem Werk der Mission hingab, um besonders an der Belehrung und Bekehrung der am meisten verlassenen Seelen zu arbeiten, war es meine Absicht, dem Beispiel der Apostel zu folgen in ihrem Leben der Hingabe und Selbstverleugnung. Deshalb betrachtete ich die Wahl der evangelischen Räte, denen sie so treu waren, als unabkömmlich.“ Als bestes Mittel zur Verwirklichung dieser vollkommenen Hingabe sah der Stifter die Ablegung von Gelübden, die er deshalb in seine Gemeinschaft einführen wollte. Seine ersten Gefährten standen solchen Überlegungen jedoch eher ablehnend gegenüber. Lediglich Pater Tempier teilte seine Überzeugung und war begeistert von der Idee, sich durch Gelübde ganz Gott hinzugeben. Die beiden Gefährten entschlossen sich deshalb zu Privatgelübden. Sie beschlossen, am Gründonnerstag, dem 11. April 1816, in der Kirche der Mission in Aix das Gelübde des gegenseitigen Gehorsams abzulegen. Nachdem sie mehrere Stunden betend vor dem Allerheiligsten verbracht hatten und es bereits Mitternacht geworden war, begaben sie sich vor den Altar und legten mit großer Freude voreinander das Gelübde des Gehorsams ab. Dann beteten sie darum, dass auch ihre Gefährten bald den Wert der vollkommenen Hingabe erkennen und sich ihnen anschließen würden. Zwei Jahre später, im Oktober 1818, wurden mit der neuen Regel auch die Gelübde offiziell in die Gemeinschaft eingeführt.

Quellen:
Phillipp Scharsch, Geschichte der Kongregation, Band 1, S. 33.
Rambert, Vie de Msgr. De Mazenod, Band 1, Tours 1883, S. 187-188.
Alfred Hubenig, Living in the Spirit´s Fire, Rom 2004, S. 68.