10. April

P. Franz Bänsch OMI (1899-1961)

Franz Bänsch wurde am 21. März 1899 in Großenhain / Sachsen geboren. Seine Eltern waren fromm und hatten den Wunsch, ihren einzigen Sohn dem Herrn zu schenken. Einige Jahre war er in Dresden am Kapellknabeninstitut an der Hofkirche. Durch Kaplan Seidler an der Hofkirche wurde er auf die Oblaten aufmerksam gemacht. Bei der Wahl der Ordensschulen fiel diese auf die Oblaten, anstatt der Benediktiner, denn dort durfte man in den Ferien öfters heim. Franz kam dann nach St. Karl. Am 14. August 1919 war seine Einkleidung in Maria Engelport, wo er auch seine ersten Gelübde am 15. August 1920 ablegte. Er wurde am 5. Juli 1925 in Hünfeld zum Priester geweiht. Seine erste Obedienz führte ihn von 1926 bis 1927 nach Polen zum erlernen der polnischen Sprache. Von 1927 bis 1934 war er in Breslau stationiert und ab 7. Januar 1932 dort Ökonom. Am 13. Januar 1935 wurde er neuer Pfarrer in der St. Paulus Kirche in Dresden-Plauen.
Mit der Berufung in diese Stelle wurde er gleichzeitig Gefängnisseelsorger der Untersuchungs-Haftanstalt in Dresden George-Bähr-Straße, später Haftanstalt I. Zweimal im Monat konnte P. Bänsch dort Gottesdienst halten. Von diesen waren ausgeschlossen: Polen, zum Tode Verurteilte, Gefangene die einen Mittäter im Gefängnis hatten und diejenigen, die zu einer mehr als 6-jährigen Zuchthausstrafe verurteilt worden waren. Bis 1941 hatte P. Bänsch das Recht, die Todeskandidaten zum Hinrichtungsplatz begleiten. Bis dahin hatte er über 1000 begleitet. Danach durfte er sie nicht mehr begleiten, aber er verblieb bei den Todeskandidaten die ganze Nacht bis zur Hinrichtung in ihrer Zelle. Auch hat er allen die es wollten, die Sakramente gespendet und versucht, letzte Briefe oder Zeilen zu ihren Angehörigen zu leiten, auch von denen, bei denen er es nicht durfte, wie Polen und Tschechen. Nach dem ende des Krieges wurde die Haftanstalt Polizeigefängnis und ab dem 23. September 1952 wurde im der Zutritt von den neuen Machthabern verwehrt.
1954 baute er mit Hilfe eines Bauern auf dessen Grundstück eine Maria-Hilf-Kapelle, zum Gedenken an die über 1000 Hingerichteten. Am 1. Februar 1957 wurde er Rektor von St. Paulus und im selben Jahr Männerseelsorger des Bistums Dresden-Meißen. Am 4. April 1961 erlitt er in Berlin, während einer Tagung für Männerseelsorger, einen leichten Herzinfarkt. Er fuhr nach Dresden zurück und bekam am 08. April 1961 einen zweiten, schweren Infarkt, an dem er im Altern von 62 Jahren verstarb.


Quellen:
Nachrufe P. Bänsch
Das Buch: Die Ungewissheit ist schlimmer als die traurigste Wahrheit

10. April

Joseph Marie Timon-David (1823-1891)

Joseph Maire Timon-David wurde am 29. Januar 1823 in Marseille geboren. Nach seiner Schulzeit in einem Jesuitenkolleg in Fribourg (Schweiz) wurde Joseph 1842 von Bischof Eugen von Mazenod an das Seminar von St. Sulpice gesandt und vier Jahre später, am 28. Juni 1846 zum Priester geweiht.
In Paris entdeckte Joseph seine Berufung für die Armen. Er arbeitete nach seiner Priesterweihe zuerst ein Jahr in der Jugendbewegung von La Loubière zusammen mit Abbé Julien. Später engagierte er sich mit Fr. Allemand besonders um die untere Mittelschicht in Marseille.
In Bischof de Mazenod fand Joseph Marie Timon-David einen treuen Begleiter, der ihm rückhaltlose Unterstützung zusicherte. So bestätigte Eugen das Werk von Joseph und ließ ihn eine Gemeinschaft unter dem Patronat des heiligsten Herzens Jesu gründen. Zusammen mit Abbé Fissiaux setzte Eugen von Mazenod ihn als Leiter dieser Bewegung ein. Die enge Bindung Joseph’s an seinen Bischof drückte sich auch darin aus, dass beide sich oft schrieben und sich gegenseitig besuchten. Auch lud Eugen ihn zur Synode 1856 ein.
Joseph bezeichnete in einigen seiner Werke Eugen als den eigentlichen Gründer der Gemeinschaft vom heiligsten Herzen Jesu und aus Gehorsam gegenüber seinem Bischof, der ein gemeinschaftliches Leben seiner Priester forderte legte er zusammen mit einigen seiner Mitbrüder ein Gelübde ab. Sie verpflichteten sich damit zu einem gemeinschaftlichen Leben und zu einem Leben für die Heiligung der Jugend.
Die freundschaftliche Bindung zwischen Joseph und Eugen war so groß, dass Joseph mehrmals an das Sterbebett Eugens‘ eilte und ihn auf seinem letzten Weg begleitete. Er schrieb darüber: „Mit gebrochenem Herzen ging ich. Tränen rannen über meine Wangen. Meine Arbeit zwang mich dazu in La Viste zu nächtigen und am nächsten Tag, beim Aufstehen, umwehte mich der Wind von Midi her zusammen mit dem Klang der großen Totenglocke von Notre Dame de la Garde. Unser Kummer war groß. Wir haben unseren Freund verloren, unseren Beschützer, unseren Vater.“
Joseph Marie Timon-David selbst starb im Alter von 68 Jahren am 10. April 1891 in Marseille.


Quellen:
Historical Dictionary of the Missionary Oblates of Mary Immaculate, Rom 2008, Bd 2, S. 761ff.