4. April

P. Francisco Bosch OMI

Francisco Bosch wurde am 9. Oktober 1936 in München als Sohn eines deutschen und einer Spanierin geboren. Bald nachdem Francisco begonnen hatte, die Grundschule zu besuchen, zog die Familie wieder zurück nach Barcelona. Hier absolvierte er das Gymnasium und studierte anschließend Ingenieurswissenschaften. Dieses Studium schloß er 1956 als Elektroingenieur ab. Als solcher arbeitete er in Spanien, Freiburg und München. Hier schloß er sich der Kolpingsfamilie an, besuchte täglich die hl. Messe und nahm regelmäßig an Exerzitien teil.
Eine tiefe geistliche Erfahrung bei der Betrachtung eines Kreuzes sowie der Flugzeugabsturz in der Münchener Innenstadt 1961 brachten ihn dazu, sein Leben grundlegend zu verändern. Er wollte Priester werden. Dazu musste er aber erst seinen Vater überzeugen. Dieser arbeitete damals als Mechaniker in Villa Cisneros, einer spanischen Enklave in der Westsahara. Hier lernte er die Oblaten kennen, die dort eine kleine Missionspfarrei betreuten. Bald lud man ihn ein, ins Noviziat einzutreten, und Francisco Bosch folgte dieser Einladung am 24. Juni 1963. Mit ihm begannen 18 weitere das Noviziat, er war der einzige aus seinem Kurs, der die ewigen Gelübde ablegte.
Am 7. Juni 1969 wurde er zum Priester geweiht, und erhielt die Obedienz für die Mission im Chaco/Paraguay. Dort wirkte er zunächst als Missionar in Independencia. Hier bekam er die Ungerechtigkeiten zu Gesicht, die im Zusammenhang mit der Unterdrückung der Bauern geschahen. Pater Bosch war von Anfang an entschlossen, sich damit nicht zufrieden zu geben. Mehrmals geriet er dadurch in Lebensgefahr, und konnte oft nur im letzten Moment gerettet werden. Er hatte ein einmaliges Talent dafür, zu jeder Zeit, oft auch tief in der Nacht, Menschen zum Gebet zu sammeln. Es wird berichtet, dass er Bischof Lucio Alfert OMI um 2 Uhr morgens weckte, um mit ihm einen Firmtermin abzusprechen. Seine Bemühungen, den Bauern eigenes Land zu verschaffen, trugen maßgeblich zur Gründung mehrer Ortschaften im Chaco bei.
In den 90er Jahren stellte man fest, dass Pater Bosch an Krebs litt, so dass er 1997 nach Deutschland zurückehren musste. Auch aus der Ferne setzte er sich weiterhin für den Chaco ein.
Am 4. April 2003 verstarb P. Francisco Bosch, der für viele ein lebender Heiliger war, auf der Krankenstation in Hünfeld. Sein leidenschaftlicher Einsatz für das Evangelium und für die Menschen im Chaco haben ihn für immer unvergesslicht gemacht.


Quellen:
Nachruf P. Francisco Bosch OMI, verfasst von P. Miguel Fritz OMI