Kalenderblatt

Über 200 Jahre ist die Ordensgemeinschaft der Oblatenmissionare alt, über 100 Jahre ist es her, dass das Bonifatiuskloster in Hünfeld gegründet wurde. Ein kleiner Einblick in unsere Geschichte wird durch das Kalenderblatt gegeben, das wichtige Ereignisse im Leben der Gemeinschaft aus dieser Zeit darstellt. Im Moment gibt es noch nicht für jeden Tag einen solchen Artikel, schauen Sie einfach wieder vorbei...!

24. Juli

Martyrium von 7 spanischen Oblaten im Bürgerkrieg (1936)

Die Jahre 1936-1939 waren Jahre tödlicher Verfolgungen für die katholische Kirche in Spanien. Nach den Wahlen am 16. Februar 1936 begannen kommunistisch-revolutionäre Mächte ein Regime von Anarchie und Terror. Es entstand die Nationalistische Bewegung unter General Francisco Franco, um das politische und gesellschaftliche System, das von der Republik geschaffen wurde, zu bekämpfen.
Genau ein Monat später, am 16 März, begann eine Welle von Brandschiffungen von Kirchen und Frauenklöstern. Die Religiöse Verfolgung verschlimmerter sich. Es kam zur Annullierung des nationalen katholischen Rechtes durch das Parlament. Innerhalb von fünf Monaten gab es 160 komplett zerstörte und 251 teilweise zerstörte Kirchen. Das war das Ende des Friedens und der Anfang von Verfolgungen. Danach erfolgt die Ausrufung des Bürgerkrieges am 18. Juli 1936. In all diesen Wirren war die katholische Kirche das erste, wichtigste und leidtragendste Opfer.
Am 22. Juli wurde das Scholastikat der Oblaten in Pozuelo beschlagnahmt und die Kommunität unter Hausarrest gestellt. Das Haus wurde in das „Haus des Volkes“ umbenannt und diente als ein Gefängnis für “Feinde der Volks-Front.” Während der Durchsuchung des Hauses wurden als „wichtigste“ Beweise für die faschistischen Sympathien der Oblaten, Fotos von Mussolini und Papst Pius XI gefunden, mit Unterschriften zum Lateran Konkordat.
Am 24. Juli um 3:30 Uhr wurde die Scholastikatskommunität geweckt. Der Philosophie-Professor Juan Antonio Pérez Mayo (29), sechs Scholastiker: Pascual Alaéz Medina (19), Juan Pedro Del Cotillo Fernández (22), Justo González Lorente (21), Manuel Gutiérrez Martin (23), Francisco Polvorinos Gómez (26), Cecilio Vega Domínguez (23) und Candido Castán, ein Laie, der ins Haus Unterschlupf gefunden hatte, wurden in zwei schwarze Autos gezwungen.
Die Details ihrer Ermordung sind unklar. Man weiß weder wie, noch wo die ersten Märtyrer ermordet wurden. Die wahrscheinlichste Lage war hinter dem Friedhof von Aravaca. Es scheint, dass sie zur benachbarten Stadt Aravaca gebracht und um 4.30 Uhr zusammen mit einer anderen Gruppe erschossen wurden. Dies wurde klar, als die Überreste von Candido Castán von seiner Witwe und seiner Familie 1939 identifiziert wurden. Alle waren in ein Loch auf einem Feld geworfen worden.
Das waren die ersten sieben von 22 Oblaten, die im Verlauf einer sechsmonatigen Periode ermordet wurden


Quellen:
James M. FitzPatrick OMI: Oblate Heritage 7. Oblate Witnesses 1831-1997, Rome 1998, S. 55-59.
Antonio Jambrina Calvo: Oblate Heritage 9. The oblate Spanish Martyrs, Rome 1998, S. 6-11.